Gedanken.Los

… der Versuch, das Gefühlschaos zu ordnen

Archiv für Sehnsucht

Geduldig

Es läuft immer besser mit A.
Zwar hatten wir schon über ein Dutzend Dates, aber ich weiß immer noch nicht, ob er auch wirklich zu mir passen könnte.
Aber das ist ja auch erstmal egal. Und eigentlich ist es besser so, wie es jetzt ist.
Denn wenn sich für mich doch herausstellt, dass er passt, dass wir harmonieren, dann möchte ich ihn auch wirklich haben. Aber das kann ich nicht. Jetzt noch nicht. Diesen Monat fängt seine „Freundin“ mit ihrem neuen Job an, und deshalb kann er diesen Monat ausziehen.
Ich weiß,dass er jetzt erst einmal die gewonnene Freizeit, das Ausschlafen und vorallem den weitaus geringeren Streß- und Streitpegel genießen will.
Wir lernen uns weiterhin noch kennen, und sehen, wo es hinläuft. Vielleicht wird irgendwann eine Beziehung daraus, vielleicht aber auch nicht.
Aber zur Zeit wäre er eh noch nicht bereit dafür, und ich würde es ihm auch beim besten Willen nicht aufzwingen. Er soll das jetzt erstmal genießen, dass er keine Kompromisse mehr schließen muss, sondern tun und lassen kann, was und wann er will.
Ein weiterer Pluspunkt an unserer derzeitigen Romanze, Datingstrecke oder wie auch immer man das bezeichnet ist, dass ich noch nicht verknallt bin.
Natürlich wünsche ich mir hin und wieder, er wäre bei mir, und ich könnte neben ihm einschlafen, aber verknallt bin ich nicht. Irgendwie gehe ich an das ganze viel rationaler ran, als an all die anderen Geschichten.
Aber das finde ich gar nicht so schlecht. Ja ok, ich könnte denken:“Na,na,na! Dass das mal nicht so läuft, wie meine zweite Beziehung. Wo ich unter der Woche immer relativ gefühlslos war,meinen Partner nicht vermisst hab, und nur am Wochenende,wenn wir uns gesehen haben, meinen Gefühlen freien Lauf ließ! Ob das die richtige Taktik war?!“
Dennoch finde ich es gerade so gut! Nämlich, dass ich ihn nicht vermisse! Und eben nicht daran kaputt gehe,wenn wir uns mal zwei Wochen nicht sehen!
Zur Zeit sehen wir uns alle ein bis zwei Wochen, und das ist ok! Wenn er hier ist, würde ich ihn jedes Mal am liebsten länger hierbehalten, aber an den anderen Tagen, wenn wir uns nicht sehen, da verspühre ich nicht dieses unsägliche Gefühl der Sehnsucht! Und das ist gut!
Abgesehen davon,dass es mich viel zu sehr ablenken würde, wäre es auch noch unsinnig!
Denn wenn ich diese Sehnsucht verspühren würde, und verknallt wäre, hieße das auch, dass ich ihn unbedingt so oft wie möglich bei mir haben will. Und natürlich, dass ich mit ihm zusammen sein will, aber beides bleibt mir ja noch verwehrt, und ist nicht so mirnichts dirnichts durchzuführen, von daher wäre es vollkommen sinnlos, wenn ich mich jetzt verknallen würde!
So sehr ich mich schon darauf freue, irgendwann wieder richtig verliebt zu sein, weiß ich doch, dass es jetzt gerade unpassend wäre. Ich warte lieber auf den passenden Moment, wenn ich es dann auch richtig ausleben kann, wenn es auch nicht mehr so viel ausmacht, Sehnsucht zu verspühren, weil ich dann weiß, dass er mich auch vermisst und wir uns bald wieder sehen.
Solange warte ich lieber noch.

Komisch,das scheint gerade die einzige Sache zu sein, bei der ich keine Ungeduld verspühre..

Erfolgreich gestillte Sehnsucht

Gestern Abend kam A. vorbei. Es war wirklich schön. Unser drittes gemeinsames Treffen. Nur wir zwei, niemand anderes. Gestern war das mit Abstand gemütlichste und beste Treffen. Von dem Erlebnis kann ich nun eine zeitlang zehren. Und meine leichte Sehnsucht, die nach dem letzten Wochenende aufgekeimt ist, ist nun erstmal gestillt.
Es ist schön wieder etwas für meine Tagträume zu haben!
Viel mehr gibt es auch nicht darüber zu erzählen. Ich weiß immer noch nicht, wohin das führen soll, und ob er jetzt anders über seine „Beziehung“ denkt, und der Tag, an dem mit seiner „Freundin“ ein ernstes Gespräch über ihre Lage führen muss, nun näher gerückt ist. Ich weiß es nicht. Ich denke zwar, dass der gemütliche Abend gestern ihn mit Sicherheit zum Nachdenken gebracht hat, aber da ist ja immernoch ihr gemeinsamer Sohn, von daher, glaube ich dennoch nicht, dass er so bald mit ihr über die Zukunft reden wird. Erwarten tu ich es eh nicht, weil ich mich dann auch ein wenig überfordert fühlen würde, da er ja mit Sicherheit erwartet, dass es mit uns etwas ernstes wird, was ich jedoch noch nicht sagen kann. Ich meine, na klar war es gestern schön, aber passen wir denn zusammen???
Ach egal, wir hatten einen tollen Abend und ich genieße das, was ich kriegen kann, einen Mann der mich begehrt, nicht mehr und nicht weniger.

Zu viel

Ich weiß, ich sollte mir nicht solche Gedanken machen, bevor wir uns wiedersehen. Es macht schließlich keinen Sinn über das Für und Wider nachzudenken, wenn ich mir über meine Gefühle nicht klar bin, und nicht einmal weiß, ob das funktionieren könnte.
Entweder es stellt sich dann dabei heraus, dass es nicht passt, oder es passt.
Bei der ersten Variante wäre ja nicht mehr viel zum Nachdenken, dann war’s das eben. Schön aber vorbei.
Die zweite Variante hingegen würde noch so einige Grübelei nach sich ziehen. Bin ich denn wirklich für eine Fernbeziehung geschaffen? Es ist klar, dass je nach Partnerzusammenstellung, es entweder funktioniert, oder nicht. Aber genau so klar ist auch, dass es auch Menschen gibt, für die das überhaupt nichts ist.
Warum fange ich mit diesem Gedanken eigentlich schon wieder an?!
Ich glaube, ich will mich eigentlich nur davor bewahren, schon all zu viele Gefühle in eine Beziehung zu investieren, die entweder schon nach dem nächsten Treffen zum Scheitern verurteilt ist, oder – was noch viel schlimmer wäre – die mich, aufgrund der Entfernung, ganz schlicht und einfach, das Gefühl Sehnsucht wieder verspühren lässt.
Denn ich hasse es. Und ganz ehrlich, wie wahrscheinlich ist es schon, dass dieses Gefühl, wenn daraus etwas werden sollte, nicht auftritt? Es tendiert wohl gegen Null.
Genau deshalb rede mich mir das Ganze bestimmt auch immer wieder schlecht. Zum einen bin ich glücklich, und er ist mir auch als ein Freund in den letzten Wochen sehr ans Herz gewachsen, aber es geschieht dennoch jeden Tag, dass ich mir, das ein oder andere Mal, das Ganze schlecht rede. Dann denke ich mir immer, was soll das bloß werden, wenn wir demnächst ein paar Tage 24h zusammen verbringen? Halte ich das wirklich aus? Er wird mich bestimmt nerven, oder irgendetwas an ihm wird mich stören – ganz bestimmt. Ich suche mir auch immer wieder irgendwelche Eigenschaften, wie Musikgeschmack oder Arbeitspensum, und rede sie mir schlecht! Dabei muss doch gar nicht alles hundertprozentig passen, zu einer gut funktionierenden Partnerschaft gehört schließlich so viel mehr dazu!
Nun gut, so in der Art geht das den ganzen Tag hin und her.

Erinnerung

Ich sollte nicht mehr in Indieschuppen gehen. Da muss ich immer an M. denken.
So wie gestern. Zum Ende hin sah ich zwei Typen, die genau so wie er getanzt haben. War ja klar, dass ich dann sofort an ihn denken muss. Das ist einfach unumgänglich in solchen Situationen.
Das Ding ist nur, ich hätte nicht gedacht, dass es mich in dem Moment so runterzieht. Ich wurde schlagartig traurig, vermisste ihn oder sehnte mich einfach nur nach diesem einen gemeinsamen Abend den wir hatten.
Ich wollte zumindest nur noch weg. Hätte ich noch länger diese Typen angeschaut, die wie M. tanzten, hätte ich wahrscheinlich angefangen loszuheulen. Vielleicht habe ich ja Glück, und er kommt in seinen Semesterferien mal in die Stadt.. aber wahrscheinlich würden wir uns dann nicht mal treffen. Es würde genau so gut klappen,wie die letzten Male – also gar nicht.
Noch ein Jahr, und dann zieht er hierher. Mal sehen, was dann ist.
Ach, das ist alles so idiotisch. Dämlich. Bescheuert. Zeitverschwendung.
Die ganze Zeit, die ich mit Trauer und Sehnsüchten verbringe, ist reine Zeitverschwendung.