Gedanken.Los

… der Versuch, das Gefühlschaos zu ordnen

Archiv für Männer

unkontrolliert.

Ich bin gerade ziemlich glücklich.
Aber nicht wegen A., denn das hat sich ganz plötzlich und aus heiterem Himmel erledigt.
Dafür gibt es jetzt jemand anderen. Ich muss ja zugeben, das ging lückenlos ineinander über, aber es ist ja auch jemand, den ich kenne und den ich mir vorallem eigentlich schon längst aus dem Kopf geschlagen hatte.
Nämlich dieser hier.
Vor ein paar Wochen haben wir seit längerem mal wieder etwas länger geschrieben. Und ich dachte mir, na ja, vielleicht kann das ja doch ne gute Freundschaft werden. Denn „damals“, also vor gut einem Jahr, haben wir uns ja auch super verstanden, und er ist auch einfach ein guter Kumpel, man kann mit ihm echt viel Spaß haben. Von daher dachte ich wirklich nur daran, dass man die Freundschaft ja wieder aufleben lassen könnte, wäre ne feine Sache, auch weil er nicht so weit weg wohnt.
Zumindest waren wir zusamen feiern, und im Club kam mir ganz plötzlich eine Idee. Und ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich den ganzen Abend nicht mal einmal daran gedacht hatte, mich ihm irgendwie körperlich zu nähern. Denn er hatte mir ja klar und deutlich damals gesagt, dass unsere Erwartungen anders sind, und deshalb hatte ich ihn mir wirklich komplett ausgeredet.
Zurück zum eigentlichen! Er ging zur Bar und plötzlich kam mir der Gedanke, dass ich ja schon gerne jemanden küssen würde, und da wir ja nun Freunde sind, und ich damals ja leider nicht herausfinden konnte, wie er so küsst, kann ich ja mal fragen. Schließlich sind wir jetzt Freunde, da kann man ja mal fragen..
Also habe ich gefragt, ob ich herausfinden dürfte, wie er so küsst.. Und ich durfte. Ein paar Mal.
Danach hab ich mir jedoch noch nicht soo die Gedanken darüber gemacht, weil ich mir einfach keinen Reim draus machen konnte, wie er das sieht und ich war ja der Meinung, wir sind jetzt nur noch Freunde. Aber dann haben wir uns drei Tage später getroffen und es stellte sich heraus, dass er doch an mir interessiert war, also auch damals.
Das Treffen war auch schön, nur war es auch der Tag, an dem ich mich nochmal entgültig dafür entschieden hatte,dass es mit A. vorbei ist.
Und der alte Neue hatte zudem diesen Blick, den ich in den letzten 2 Singlejahren nur noch bei J. gesehen hatte. Und der mich auch da öfter verschreckt hatte. Nämlich dieser weiche, verletzliche, schmachtende Blick.
Das hat mir bei ihm letzte Woche irgendwie Angst gemacht, ich mag diesen Blick einfach nicht besonders.
Vorallem aber musste ich ihn mir wieder hervorkramen, ihn mir wieder gut reden, denn damals hatte ich ihn mir ja ausgeredet, und sowas kann ich echt gut, da kann ich nicht einfach so komplett wieder umswitchen und die Gefühle von damals hervorholen, da reicht ein Kuss nicht aus.
Deshalb war ich gestern vor unserem Treffen auch noch mal richtig aufgeregt, weil ich herausfinden wollte, ob sich meine Arbeit denn auch gelohnt hat.
Und ich habe gute Arbeit geleistet. Sein weicher Blick hat mir diesmal keine Angst mehr gemacht, plötzlich gefiel er mir. Denn ich konnte darin ja auch sehen, dass er mich echt gern hat. Ich glaube, er ist ein guter. Und er will mich.
Endlich mal jemand, den ich kennelerne, um herauszufinden, ob wir auch als Paar zusammen passen würden. Gestern war es wirklich richtig schön. Und erst nach dem Treffen habe ich herausgefunden, was es für eine Erleichterung ist, mich nicht kontrollieren zu müssen! Endlich muss ich meine Gefühle nicht mehr unter Kontrolle halten, wie die letzten Jahren. Ich kann es einfach auf mich zukommen lassen. Und wenn ich es schön finde, kann ich es sagen und es ihm zeigen, ohne Angst haben zu müssen, ihn zu verschrecken oder zu viele Gefühle zu entwickeln.
Ich brauch mir nach einem Date nicht noch stundenlang den Kopf darüber zu zerbrechen, wie viele Gefühle ich bei mir zulassen kann, darf und will. Ich brauche das nicht mehr.
Ich kann einfach ich sein, wenn ich glücklich bin, und nicht in einer abgeschwächten Form, einfach nur ich, zu hundert Prozent.
Das ist wirklich befreiend, hätte ich niemals gedacht. Und habe es auch vorher nie so empfunden, dass ich mich immer extrem kontrolliert habe.
Es tut einfach nur gut. Ich bin glücklich, und ich bin einfach nur froh.
Jetzt hoffe ich nur, dass es weiterhin so gut läuft, und nicht wie mit J. endet, so dass ich von einen Tag auf den anderen plötzlich keinerlei Gefühle mehr habe, und alles weg ist.
Erstmal bin ich guter Dinge. Und befreit. Und einfach ich.

Wissen, wann genug ist.

Das spontane Treffen am Montag war richtig schön. Mal ein ganz normales Treffen.
Wir haben uns ans Wasser gesetzt und gequatscht. Und es war wirklich schön.
Obwohl wir 2 Wochen kaum Kontakt hatten, brauchte ich keine Eingewöhnungsphase.
Natürlich hat vorallem er gerdet, aber ich höre ihm auch einfach zu gerne zu.
Neben dem ganz normalen Geplauder, hat er mich auch noch auf einen Übernachtungsausflug eingeladen. Ich war total geplättet und überrascht. Mal sehn, ob es wirklich dazu kommt. Wäre schon in zwei Wochen.
Außerdem habe ich auch noch zwei andere Sachen herausgefunden.
Obwohl diese jetzt eigentlich keine all zu große Rolle mehr spielen, bzw es eventuell besser gewesen wäre, ich hätte sie nicht erfahren. Denn gestern hat er mich erneut gefühlte 100km zurückgeschleudert, als er wieder einmal erwähnte, dass er derzeit niemanden etwas vorschreiben möchte und sich auch nichts vorschreiben lassen will. Und natürlich musste er in diesem Atemzug auch nochmal erwähnen, dass er keine feste Bindung derzeit eingehen möchte. Na ja, im Endeffekt zeigt mir das nur, dass ich mir auf den bevorstehenden Ausflug nichts einbilden sollte. Außerdem habe ich heute auch noch eine andere Entscheidung diebezüglich getroffen, aber dazu später.
Die zwei neuen Fakten, die er mir am Montag vortrug, waren zum einen, dass er gerne später noch ein Kind haben würde, und dass er das mit dem Haus und Garten nicht ganz ausschließt. Wäre es am Wasser, würde er nicht nein sagen.
Das waren natürlich genau die Punkte, weswegen ich immer dachte, das Ganze macht ja so oder so keinen Sinn, da wir in diesen Vorstellungen nicht zueinander passen. Und ich finde, dass ich nicht mehr eine Beziehung eingehen muss, die von vornerein ein Verfallsdatum hat. Nicht, dass ich denke, dass er der Vater meiner Kinder wird, aber wenn ich mit jemanden zusammen komme, möchte ich dennoch, dass diese Werte übereinstimmen. Sonst brauch ich mir das Ganze nicht antun. Macht für mich einfach keinen Sinn mehr, Gefühle zu investieren, wo ich doch von Anfang an weiß, dass es zu einer Trennung kommen wird.
Und falls es doch gut läuft, wäre es ja nur sinnvoll, wenn mein zukünftiger Mann&Vater meiner Kinder, auch wirklich Kinder will.
Aber wegen seiner Aussage von gestern, wäre es wohl besser gewesen, ich hätte diese zwei Dinge nicht erfahren. Denn mein nach einer Beziehung dürstendes Herz, macht sich nur zu gern Hoffnungen.
Zumindest bin ich dann heute zu dem Entschluss gekommen, dass ich nicht möchte, dass sich das Ganze zwischen uns jährt, ohne das wir einen Schritt weiter gehen.
Mit anderen Worten, entweder wir werden in den nächsten zwei Monaten ein Paar, oder ich lasse es. Ein bisschen Würde muss ich mir ja auch noch erhalten. Ich mache ja wirklich viel mit, bin verständnisvoll und selbstlos, aber genau so wünsche ich mir auch eine Beziehung. Und wenn das ganze Daten mit ihm nach einem Jahr nur Spaß und weiter nichts gebracht hat, dann reicht es auch. Mehr Zeit sollte ich dann darauf nicht verplempern. Nicht, dass ich es bereue, und ich werde es auch weiterhin genießen, aber nach einem Jahr ist auch Schluß. Dann sollte ich doch wieder schauen, bzw. mich umschauen, ob es nicht jemanden gibt, der mich richtig will, und der dazu bereit ist, mit mir mehr aufzubauen. Und vorallem, auf den ich endlich mal bauen kann…
Ich bin diese Männer, die sagen, sie müssten erstmal ihr Leben unter Kontrolle kriegen, es ordnen, sich selbst finden; wirklich satt.
Jemandem ein Jahr meiner Zeit&meiner Zuneigung zu schenken und dabei nichts zu verlangen, ist schon sehr großzügig, oder etwa nicht?

Gleichgültiger, aber nicht weniger verletzlich

Ich habe schon eine ganze Weile nicht mehr geschrieben, habe ich grad gesehen.
Der letzte Eintrag ist ja noch, als ich noch traurig war, dass er immer gehen muss. Das hat sich danach etwas geändert und ich habe mich damit mehr oder weniger abgefunden. Zumindest fand ich es nicht mehr so schlimm und war auch nicht mehr so ungeduldig.
Nun ist es so, dass er seit letzten Monat seine eigene Wohnung hat und ich nun schon fünf mal bei ihm geschlafen habe. Unsere erste gemeinsame Nacht war auch seiner erste Nacht in der neuen Wohnung.
Es klappt immer besser neben ihm zu schlafen. In der ersten Nacht musste ich mich noch weit weg legen,aber mittlerweile bin ich sogar schon dicht an seinem Körper angelehnt eingeschlafen. Das einschlafen geht super. Nur das aufwachen, ich werde immer schon sehr früh neben ihm wach. Und kann dann auch nicht mehr richtig einschlafen. Nach drei Versuchen kann ich es dann gänzlich aufgeben, noch mal einschlafen zu können.
Aber es gibt schlimmeres. Zwischendurch, nachdem eine Date-Periode von einem halben Jahr vergangen ist, habe ich noch mal das Thema angesprochen,wie es jetzt mit uns steht. Das war noch vor unserer erstengemeinsamen Nacht.
Zumindest kam erst einmal die gleiche Antwort wie vier Monate vorher. Dass er es nicht genau weiß, und sich erst mal finden muss.
So langsam glaube ich, er wird da nichts mehr finden. Aber na gut.
Ich muss schon zugeben, dass ich etwas sauer war über diese Antwort. Nach sechs Monaten kann man sich ja ruhig mal etwas Neues ausdenken.
Später schrieb er dann noch mal, dass er das mit mir ja alles ganz toll findet, und ich sein Highlight der Woche bin, er bei mir einfach er sein kann und sich total entspannt.
Nicht, dass ich das nicht gerne höre, aber dennoch hat es bei mir etwas ausgelöst.
Leichte Gleichgültigkeit.
Denn ich dachte ja, nun da er bald alleine wohnt, sehen wir uns öfter und können eventuell mal herausfinden, ob es zu mehr taugt, und ich könnte herausfinden, ob ich auch zu mehr Gefühlen instande bin. Aber da hat er mir mit der Aussage einen Strich durch die Rechnung gemacht. Und seitdem bin ich noch weniger ungeduldig.
Ich erwarte nichts mehr. So gut wie nichts mehr.
Seitdem habe ich angefangen, mich ein wenig zurück zu ziehen. Ihn nicht mehr ganz so oft anzuschreiben, oder wenigstens abzuwarten, bis er schreibt. Und vorallem, ich habe aufgehört das Thema auf das nächste Treffen zu lenken. Wenn ich recht überlege, habe ich seitdem eigentlich nie wieder die Initiative ergriffen, was ein Treffen angeht. Hmm..
Vielleicht habe ich das ein oder andere Mal das Gespräch in die Richtung geführt, aber ich habe nie als erstes gefragt, ob ich vorbeikommen kann/soll.
Und an manchen Tagen hatte ich auch das Gefühl, mich seelisch mehr und mehr von ihm abzukapseln. Aber das ist ja auch nur verständlich, wenn er mir nach einem halben Jahr immer noch durch die Blume sagt, dass wir nicht versuchen, uns intensiver kennenzulernen.
Ich meine, ich wüsste ja noch nicht einmal, ob wir wirklich in der Hinsicht zusammen passen würden, und so langsam kommen mir auch die Zweifel, ob ich, wenn er sich dann doch irgendwann gefunden hat, mich dann überhaupt noch in ihn verlieben könnte, oder ob es dann nicht zu spät ist, weil ich einfach schon so lange mit der derzeitigen Situation lebe.
Wie auch immer. Ich wollte eigentlich noch zu einem anderen Punkt kommen.
Bei den letzten beiden Treffen war er irgendwie interessierter was mich und meine Person anging. Als wolle er mehr erfahren, oder mich mehr reden hören, oder einen tieferen Einblick in meine Gedankenwelt erhaschen. Es waren jetzt keine weltbewegenden Themen, aber er war irgendwie viel mehr bei der Sache und hat viel nachgehakt.
Das wirkt leicht verwirrend auf mich, und so als ob er mit einer Doppelmoral predigt. Einerseits möchte er nichts Festes, aber doch versucht immer noch mich näher kennenzulernen. Ich hingegen habe es eigentlich schon fast aufgegeben. Natürlich frage ich noch bei interessanten Themen nach und höflichkeitshalber erkundige ich mich auch nach seinem Tag, aber ich bin mit Sicherheit nicht mehr so erpicht darauf, mehr über seinen Charakter mittels Fragen herauszufinden, wie ich es anfangs war. Jetzt reicht mir das, was ich bisher kennengelernt und erfahren habe und ich genieße mehr die körperliche Nähe.
Dieses wohlig-geborgene Klima welches er beim vorletzten Mal aufbauen konnte, hat er beim letzten Treffen erst einmal zerstört.
Denn ich musste über zehn Minuten, fast 15, warten, bis er mich am Bahnhof abholte – ohne auch nur eine Nachricht zu kriegen, ob er nur zu spät sei, mich vergessen hätte, oder es sich anders überlegt hat (in solch einem Moment hat mein Kopf die schrägsten Fantasien). Er wusste ganz genau wann ich ankomme, und ich war mehr als verletzt, sowohl in dem Moment, als ich da stand, wie bestellt und nicht abgeholt, wie auch ab dem Zeitpunkt, als er dann endlich erschien. Ich sagte jedoch nichts, sondern war einfach nur still. Ziemlich still. Ich antwortete zwar auf seine Fragen, aber viel mehr auch nicht. Ich war einfach nur ruhig und verletzt. Ich konnte dagegen auch irgendwie nicht viel machen, da war ein riesiger Knoten unter meinem Brustkorb, der sich gegen die Knochen drückte und mich keinen Moment vergessen lies, wie er mich da verletzt hatte.
Denn ich hasse Unpünktlichkeit, oder sagen wir es so, ich hasse es, versetzt zu werden.
Wenn ich mich mit einem Freund/einer Freundin irgendwo treffe, und die Person kommt zehn Minuten später ok, eine Nachricht wäre zwar nett, aber ok. Aber wenn ich abgeholt werde, und stehe da etliche Minuten die nicht vergehen wollen, und jede Sekunde hämmert sich in mein Gehirn, dann werde ich nicht nur wütend und sauer, sondern fühle mich auf gut deutsch gesagt einfach beschissen.
Denn ich wurde schon so oft versetzt, wirklich so verdammt oft. Und das auch von den verschiedensten Personen, und ich muss sagen, das macht es nicht besser. Im Gegenteil, ich kann damit nicht besser umgehen, es verletzt mich jedes Mal aufs Neue zutiefst, weil ich anscheinend der Idiot bin, mit dem man es machen kann. Ich habe es wohl nicht anders verdient.
Nun ja, zurück zu dem Abend. Da lag ich dann. In seinem Bett, neben ihm, fertig zum Schlafen, denn auf körperliche Nähe konnte ich in diesem Moment gut verzichten, mir war so gar nicht danach. Der Schmerz war noch zu real. Und der Grund dafür nur wenige Zentimeter von meinem Gesicht entfernt.
Ach ja, der Grund war im übrigen,dass er mal wieder in einer Bar mit einem Freund war, und dieser eben grad erst los ist. Aber das konnte ich ja nicht wissen. Ich dachte ja naiverweise, er wäre zu Hause, keine 3 Minuten mit dem Auto entfernt. Und er las auch all meine Nachrichten bezüglich,dass ich angekommen sei und warte, und ob ich nu wieder zurückfahren soll (wie gesagt, es geht einem da so einiges durch den Kopf). Aber er konnte ja auf keine antworten, oder auch einfach vorher mal schreiben, dass es sich etwas verspäten könnte. Das hätte mir ja schon gereicht. Aber nun gut.
Jetzt lag er neben mir, und schaute mir tief in die Augen. Er hatte schon fünfzehn Minuten vorher gemerkt, dass irgendwas nicht ganz in Ordnung ist, und sich echt süß verhalten. Versucht Witze zu reißen, oder probiert zu stänkern, aber ich ließ mich nicht aus der Reserve locken.
Und als er mir nun so tief in die Augen schaute, hatte ich beinahe Angst, er könne meine Gedanken lesen, denn meine Gefühle schien er mir ja recht gut ablesen zu können.
Er fragte mehrmals, ob alles in Ordnung sei, und was los ist, aber ich vermochte nicht zu antworten. Ich sagte es ist nichts los, aber wusste natürlich, dass er mir das nicht abkaufte. Er fragte noch ein halbes dutzend Mal, und ich musste mich ehrlich zusammen reißen, nicht loszuheulen. Er durchbohrte mich mit seinem festen Blick und in mir war es einfach nur chaotisch. Ich überlegte hin und her, ob ich es ihm sage, aber konnte es ja doch nicht. Ich bin nicht in der Situation, mich darüber aufregen zu können, sagte ich mir. Und irgendwie schämte ich mich auch für meine Gefühle.
Ich war froh,als er dass Licht löschte, und er mir so nicht mehr ansehen würde, dass ich bei jeder Antwort log.
Aber ich schaffte es dann dennoch, über meinen Schatten zu springen.
Am nächsten Morgen war ich auch noch relativ munter, nur irgendwann kam ganz leicht meine Stille wieder zurück. Nicht in der vollen Stärke, wie am Abend zuvor. Aber dennoch ein wenig. Aber vielleicht lag das auch einfach daran, dass ich ihn wieder verlassen musste. Ich hätte mich noch gerne länger von meiner guten Seite gezeigt und vielleicht hätte ich ihm auch verraten, was mich am Vortag so still gemacht hat..
Auf dem Nachhauseweg jedoch, kam die geballte Kraft der Verletzung wieder zurück. Erneut war ich so sehr verletzt, wie am Abend zuvor. Es dauerte noch ein paar Stunden, bis ich alles verarbeitet hatte. Ich glaube, ich brauchte einfach diese Zeit für mich. Wenn er die ganze Zeit vor meiner Nase ist, kann ich mich ja nicht beruhigen. Zumindest nicht, wenn er den Grund nicht weiß und ich alles mit mir alleine ausmache..
Ob ich ihm erzähle, woran es lag, weiß ich immer noch nicht. Das wird sich zeigen.
Einerseits wäre es eventuell hilfreich für ihn zu wissen, wie er sich in solch einer Situation das nächste Mal mir gegenüber verhält, aber andererseits, werden wir ja wahrscheinlich eh nie zusammenkommen, also wozu..
Nichtsdestotrotz muss ich sagen, er hat sich, leider, echt gut geschlagen. Er war die ganze Zeit so geduldig und ruhig mir gegenüber, vielleicht war er auch einfach nur überrascht mich auch mal so kennenzulernen, aber dennoch, er hat sich eigentlich perfekt verhalten.
Und leider, weil ich doch gerade so sehr daran zweifel, dass wir in einer Beziehung zusammenpassen würden. Da passt das irgendwie nicht ganz so in meine Argumentation, dass er sich, für mich persönlich, perfekt verhalten hat.

Eins bleibt

Er ist noch nicht lange weg.
Aber immerhin, habe ich mich schon wieder ganz gut gefangen.
Ich war wirklich richtig traurig darüber, dass er heute gehn muss, und nicht hier bleibt. Vielleicht war ich auch ein wenig enttäuscht…
Denn heute habe ich es nicht ganz verstanden. Ja klar, seine Ex weiß ja nicht, dass er da was mit jemand andern laufend hat, und es wäre seltsam, wenn er früh morgens nicht neben ihr im Bett liegen würde, aber sie hat gerade Urlaub und der Kleine muss morgen nicht in die Kita, was zum einen heißen würde, A. müsste ihn nicht hinbringen, und zum anderen, kann seine Ex aufstehen, wenn der Sohnemann früh morgens am Bett steht, denn sie hat ja frei!
Von daher war ich schon sehr traurig, zum Ende hin, kurz bevor Aufbruchstimmung herrschte, als mir klar wurde, dass er wirklich nicht hier bleiben würde. Dabei hat er morgen nicht mal sooo viel zu tun auf Arbeit, nur ein Zelt aufbauen.. Ach egal.
Fakt ist, ich lag am Ende etwas betrübt im Bett neben ihm. Denn es war heute wirklich, wirklich richtig schön, so richtig schön! Ich weiß auch nicht. Ich habe auch heute gar nicht so lange gebraucht, um mich an ihn zu gewöhnen. Das letzte Treffen ist zwei Wochen her. Aber er hatte heute wieder strahlend gute Laune, und hat es mir so recht einfach gemacht, mich an ihn zu gewöhnen. Es war von Anfang an irgendwie schon schön. Ich kann noch nicht einmal richtig sagen warum. Zum Teil kam es mir echt so vor, als wären wir zusammen.
Wir daten jetzt im übrigen schon 5 Monate! Unglaublich..
Zurück zum Trübsalblasen. Ich war wirklich kurz davor zu weinen. Aber das konnte ich natürlich nicht neben ihm. In meinem Kopf habe ich mich darüber geärgert, dass er nicht bleibt, und die Gründe aufgezählt, und ihn innerlich angemeckert, und rumgezickt. Äußerlich war ich still. Ich habe kein Wort darüber verloren. Denn eigentlich, habe ich doch gar nicht das Recht dazu. Ich bin doch gar nicht in der Lage, ihn wegen so etwas anzuzicken, und irgendwo verstehe ich es ja auch.
Ich bin mir nicht sicher, aber ich glaube schon, dass er gemerkt hat, dass ich plötzlich extrem still war. Falls er es gemerkt hat, dann war das das erste Mal, dass ich ihn ernst und etwas traurig angesehen habe. Sonst grinse ich ja andauernd, aber da, war ich wirklich ernst.
Neben der Enttäuschung, habe ich mich auch noch zusätlich, über mich selber aufgeregt! Dass ich gerade das Bedürfnis habe, zu weinen, heißt ja, dass ich Gefühle investiere, und dass ich anscheinend ja doch auf dem Weg bin, mich zu verknallen. Und darüber habe ich mich geärgert. Dass ich eventuell Gefühle entwickel, und dass ich traurig und enttäuscht bin, wo ich es gar nicht sein müsste, sollte – dürfte!
Ach, ich weiß auch nicht. Das hat mich natürlich zusätzlich geärgert. Dämliches ich.

Nun, wo er aber wieder weg ist, und ich mich ja doch sehr schnell wieder regeneriert hab, weiß ich, dass ich noch nicht verknallt bin. Sonst wäre es ganz anders.
Wobei ich im Gefühle unterdrücken natürlich ein Ass bin, von daher könnte es auch sein, dass ich mir selber etwas vormache.
Aber andererseits.. ich glaube nicht, dass ich verknallt bin. Heute war wirklich ein richtig schönes Date, und zwischendurch dachte ich mir, „jetzt könnte ich mich verknallen“ und „eine Beziehung mit ihm, ist gar nicht soo abwegig“. Der springende Punkt dabei ist, dass ich dachte, jetzt könnte ich mich verknallen – ich tat es aber nicht.
Wäre auch zu schön. Das würde mir gar nicht in den Plan passen.
Zum einen, solange er noch nicht ausgezogen ist, machen Gefühle überhaupt keinen Sinn, und zum anderen, solange er nicht genug Single- und Kompromissfreie-Zeit hatte, sollte ich da auch nicht zu viel investieren – gefühlstechnisch natürlich nur.
Denn ansonsten läuft es ja ganz gut. Ich bin ihm gegenüber auch relativ offen, rede auch über persönliche Sachen, und über meine Familie. Und das wichtigste, er bringt mich immer noch zum Lachen und Strahlen.
Als ich vorhin so schlechte Laune hatte, hat er es komischerweise auch mehrmals geschafft, mich da rauszureißen, und mir ein Lächeln abzugewinnen.

Nur jetzt ist es fast so, als wäre er gar nicht hier gewesen.
Fünf Stunden war er hier, und alles was mir bleibt, ist sein Geruch in meiner Wohnung. Der einzige Indiz dafür, dass er hier war.

Geduldig

Es läuft immer besser mit A.
Zwar hatten wir schon über ein Dutzend Dates, aber ich weiß immer noch nicht, ob er auch wirklich zu mir passen könnte.
Aber das ist ja auch erstmal egal. Und eigentlich ist es besser so, wie es jetzt ist.
Denn wenn sich für mich doch herausstellt, dass er passt, dass wir harmonieren, dann möchte ich ihn auch wirklich haben. Aber das kann ich nicht. Jetzt noch nicht. Diesen Monat fängt seine „Freundin“ mit ihrem neuen Job an, und deshalb kann er diesen Monat ausziehen.
Ich weiß,dass er jetzt erst einmal die gewonnene Freizeit, das Ausschlafen und vorallem den weitaus geringeren Streß- und Streitpegel genießen will.
Wir lernen uns weiterhin noch kennen, und sehen, wo es hinläuft. Vielleicht wird irgendwann eine Beziehung daraus, vielleicht aber auch nicht.
Aber zur Zeit wäre er eh noch nicht bereit dafür, und ich würde es ihm auch beim besten Willen nicht aufzwingen. Er soll das jetzt erstmal genießen, dass er keine Kompromisse mehr schließen muss, sondern tun und lassen kann, was und wann er will.
Ein weiterer Pluspunkt an unserer derzeitigen Romanze, Datingstrecke oder wie auch immer man das bezeichnet ist, dass ich noch nicht verknallt bin.
Natürlich wünsche ich mir hin und wieder, er wäre bei mir, und ich könnte neben ihm einschlafen, aber verknallt bin ich nicht. Irgendwie gehe ich an das ganze viel rationaler ran, als an all die anderen Geschichten.
Aber das finde ich gar nicht so schlecht. Ja ok, ich könnte denken:“Na,na,na! Dass das mal nicht so läuft, wie meine zweite Beziehung. Wo ich unter der Woche immer relativ gefühlslos war,meinen Partner nicht vermisst hab, und nur am Wochenende,wenn wir uns gesehen haben, meinen Gefühlen freien Lauf ließ! Ob das die richtige Taktik war?!“
Dennoch finde ich es gerade so gut! Nämlich, dass ich ihn nicht vermisse! Und eben nicht daran kaputt gehe,wenn wir uns mal zwei Wochen nicht sehen!
Zur Zeit sehen wir uns alle ein bis zwei Wochen, und das ist ok! Wenn er hier ist, würde ich ihn jedes Mal am liebsten länger hierbehalten, aber an den anderen Tagen, wenn wir uns nicht sehen, da verspühre ich nicht dieses unsägliche Gefühl der Sehnsucht! Und das ist gut!
Abgesehen davon,dass es mich viel zu sehr ablenken würde, wäre es auch noch unsinnig!
Denn wenn ich diese Sehnsucht verspühren würde, und verknallt wäre, hieße das auch, dass ich ihn unbedingt so oft wie möglich bei mir haben will. Und natürlich, dass ich mit ihm zusammen sein will, aber beides bleibt mir ja noch verwehrt, und ist nicht so mirnichts dirnichts durchzuführen, von daher wäre es vollkommen sinnlos, wenn ich mich jetzt verknallen würde!
So sehr ich mich schon darauf freue, irgendwann wieder richtig verliebt zu sein, weiß ich doch, dass es jetzt gerade unpassend wäre. Ich warte lieber auf den passenden Moment, wenn ich es dann auch richtig ausleben kann, wenn es auch nicht mehr so viel ausmacht, Sehnsucht zu verspühren, weil ich dann weiß, dass er mich auch vermisst und wir uns bald wieder sehen.
Solange warte ich lieber noch.

Komisch,das scheint gerade die einzige Sache zu sein, bei der ich keine Ungeduld verspühre..

Unter Kontrolle

Bei insgesamt 7 Treffen sind wir jetzt. Das letzte war am 30.12. und wie ich finde, mit das beste bisher. Ich hab mich diesmal sehr wohl gefühlt. Und wie ich fand, auch mehr geredet als sonst. Ich war nicht ganz so still und leise, wie ich mich sonst die letzten Male immer empfunden hatte. Zwar weiß ich nicht, ob er das überhaupt bemerkt hat, aber für mich selber war es einfach anders. Wahrscheinlich öffne und gewöhne ich mich immer mehr an ihn..
Aber ich muss aufpassen, mich nicht zu verknallen. Denn bei diesem Treffen hab ich plötzlich kurzzeitig Gefühle empfunden, die da vorher noch nicht waren. Ich war sogar zeitweise richtig nervös.
Und deshalb muss ich nun etwas aufpassen, und darf auf jeden Fall so lange er nicht einen Schlußstrich unter seine Beziehung gesetzt hat, meinem Impuls nicht nachgehen. Bisher bin ich ja auch noch nicht verknallt, aber ich weiß einfach, dass das Ganze jetzt noch keinen Sinn machen würde. Mich in der derzeitigen Situation zu verknallen, wäre einfach nur dämlich und aussichtslos. Denn ich kann ihn weder ganz für mich alleine haben, noch kann ich zB eine Nacht mit ihm verbringen. Oder mich ganz allgemein ungezwungen mit ihm treffen, denn er ist ja durch seinen Sohn an bestimmte Zeiten gebunden. Und da er ja noch mit Kind und Kegel zusammen wohnt, ist er jeden Tag irgendwie gebunden. Und das mit dem bei mir übernachten, fällt ja sowieso flach…
Deshalb besinn ich mich jetzt einfach nur darauf, dass er mir gerade ganz gut tut, und dass ich es einfach so hinnehmen soll, wie es gerade ist, denn ändern kann ich daran sowieso nichts. Außerdem lerne ich ihn dadurch langsamer kennen und kann so mit etwas mehr Abstand an die ganze Sache rangehen, um mich gezielt wirklich erst dann zu verknallen, wenn ich merke er passt zu mir, und wenn ich weiß, es könnte Sinn machen. Bis dahin bleibt es bei einer ganz normalen Vorfreude auf unser nächstes Treffen. Natürlich muss ich zugeben, dass der Gedanke an ihn ein Lächeln in mein Gesicht zaubert, aber verknallt, das bin ich wirklich nicht. Das kann ich mit Bestimmtheit sagen!
Wenigstens mal eine Sache, die ich ganz gut unter Kontrolle habe. Noch zumindest.

Erfolgreich gestillte Sehnsucht

Gestern Abend kam A. vorbei. Es war wirklich schön. Unser drittes gemeinsames Treffen. Nur wir zwei, niemand anderes. Gestern war das mit Abstand gemütlichste und beste Treffen. Von dem Erlebnis kann ich nun eine zeitlang zehren. Und meine leichte Sehnsucht, die nach dem letzten Wochenende aufgekeimt ist, ist nun erstmal gestillt.
Es ist schön wieder etwas für meine Tagträume zu haben!
Viel mehr gibt es auch nicht darüber zu erzählen. Ich weiß immer noch nicht, wohin das führen soll, und ob er jetzt anders über seine „Beziehung“ denkt, und der Tag, an dem mit seiner „Freundin“ ein ernstes Gespräch über ihre Lage führen muss, nun näher gerückt ist. Ich weiß es nicht. Ich denke zwar, dass der gemütliche Abend gestern ihn mit Sicherheit zum Nachdenken gebracht hat, aber da ist ja immernoch ihr gemeinsamer Sohn, von daher, glaube ich dennoch nicht, dass er so bald mit ihr über die Zukunft reden wird. Erwarten tu ich es eh nicht, weil ich mich dann auch ein wenig überfordert fühlen würde, da er ja mit Sicherheit erwartet, dass es mit uns etwas ernstes wird, was ich jedoch noch nicht sagen kann. Ich meine, na klar war es gestern schön, aber passen wir denn zusammen???
Ach egal, wir hatten einen tollen Abend und ich genieße das, was ich kriegen kann, einen Mann der mich begehrt, nicht mehr und nicht weniger.