Gedanken.Los

… der Versuch, das Gefühlschaos zu ordnen

Archiv für liebe

unkontrolliert.

Ich bin gerade ziemlich glücklich.
Aber nicht wegen A., denn das hat sich ganz plötzlich und aus heiterem Himmel erledigt.
Dafür gibt es jetzt jemand anderen. Ich muss ja zugeben, das ging lückenlos ineinander über, aber es ist ja auch jemand, den ich kenne und den ich mir vorallem eigentlich schon längst aus dem Kopf geschlagen hatte.
Nämlich dieser hier.
Vor ein paar Wochen haben wir seit längerem mal wieder etwas länger geschrieben. Und ich dachte mir, na ja, vielleicht kann das ja doch ne gute Freundschaft werden. Denn „damals“, also vor gut einem Jahr, haben wir uns ja auch super verstanden, und er ist auch einfach ein guter Kumpel, man kann mit ihm echt viel Spaß haben. Von daher dachte ich wirklich nur daran, dass man die Freundschaft ja wieder aufleben lassen könnte, wäre ne feine Sache, auch weil er nicht so weit weg wohnt.
Zumindest waren wir zusamen feiern, und im Club kam mir ganz plötzlich eine Idee. Und ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich den ganzen Abend nicht mal einmal daran gedacht hatte, mich ihm irgendwie körperlich zu nähern. Denn er hatte mir ja klar und deutlich damals gesagt, dass unsere Erwartungen anders sind, und deshalb hatte ich ihn mir wirklich komplett ausgeredet.
Zurück zum eigentlichen! Er ging zur Bar und plötzlich kam mir der Gedanke, dass ich ja schon gerne jemanden küssen würde, und da wir ja nun Freunde sind, und ich damals ja leider nicht herausfinden konnte, wie er so küsst, kann ich ja mal fragen. Schließlich sind wir jetzt Freunde, da kann man ja mal fragen..
Also habe ich gefragt, ob ich herausfinden dürfte, wie er so küsst.. Und ich durfte. Ein paar Mal.
Danach hab ich mir jedoch noch nicht soo die Gedanken darüber gemacht, weil ich mir einfach keinen Reim draus machen konnte, wie er das sieht und ich war ja der Meinung, wir sind jetzt nur noch Freunde. Aber dann haben wir uns drei Tage später getroffen und es stellte sich heraus, dass er doch an mir interessiert war, also auch damals.
Das Treffen war auch schön, nur war es auch der Tag, an dem ich mich nochmal entgültig dafür entschieden hatte,dass es mit A. vorbei ist.
Und der alte Neue hatte zudem diesen Blick, den ich in den letzten 2 Singlejahren nur noch bei J. gesehen hatte. Und der mich auch da öfter verschreckt hatte. Nämlich dieser weiche, verletzliche, schmachtende Blick.
Das hat mir bei ihm letzte Woche irgendwie Angst gemacht, ich mag diesen Blick einfach nicht besonders.
Vorallem aber musste ich ihn mir wieder hervorkramen, ihn mir wieder gut reden, denn damals hatte ich ihn mir ja ausgeredet, und sowas kann ich echt gut, da kann ich nicht einfach so komplett wieder umswitchen und die Gefühle von damals hervorholen, da reicht ein Kuss nicht aus.
Deshalb war ich gestern vor unserem Treffen auch noch mal richtig aufgeregt, weil ich herausfinden wollte, ob sich meine Arbeit denn auch gelohnt hat.
Und ich habe gute Arbeit geleistet. Sein weicher Blick hat mir diesmal keine Angst mehr gemacht, plötzlich gefiel er mir. Denn ich konnte darin ja auch sehen, dass er mich echt gern hat. Ich glaube, er ist ein guter. Und er will mich.
Endlich mal jemand, den ich kennelerne, um herauszufinden, ob wir auch als Paar zusammen passen würden. Gestern war es wirklich richtig schön. Und erst nach dem Treffen habe ich herausgefunden, was es für eine Erleichterung ist, mich nicht kontrollieren zu müssen! Endlich muss ich meine Gefühle nicht mehr unter Kontrolle halten, wie die letzten Jahren. Ich kann es einfach auf mich zukommen lassen. Und wenn ich es schön finde, kann ich es sagen und es ihm zeigen, ohne Angst haben zu müssen, ihn zu verschrecken oder zu viele Gefühle zu entwickeln.
Ich brauch mir nach einem Date nicht noch stundenlang den Kopf darüber zu zerbrechen, wie viele Gefühle ich bei mir zulassen kann, darf und will. Ich brauche das nicht mehr.
Ich kann einfach ich sein, wenn ich glücklich bin, und nicht in einer abgeschwächten Form, einfach nur ich, zu hundert Prozent.
Das ist wirklich befreiend, hätte ich niemals gedacht. Und habe es auch vorher nie so empfunden, dass ich mich immer extrem kontrolliert habe.
Es tut einfach nur gut. Ich bin glücklich, und ich bin einfach nur froh.
Jetzt hoffe ich nur, dass es weiterhin so gut läuft, und nicht wie mit J. endet, so dass ich von einen Tag auf den anderen plötzlich keinerlei Gefühle mehr habe, und alles weg ist.
Erstmal bin ich guter Dinge. Und befreit. Und einfach ich.

Eins bleibt

Er ist noch nicht lange weg.
Aber immerhin, habe ich mich schon wieder ganz gut gefangen.
Ich war wirklich richtig traurig darüber, dass er heute gehn muss, und nicht hier bleibt. Vielleicht war ich auch ein wenig enttäuscht…
Denn heute habe ich es nicht ganz verstanden. Ja klar, seine Ex weiß ja nicht, dass er da was mit jemand andern laufend hat, und es wäre seltsam, wenn er früh morgens nicht neben ihr im Bett liegen würde, aber sie hat gerade Urlaub und der Kleine muss morgen nicht in die Kita, was zum einen heißen würde, A. müsste ihn nicht hinbringen, und zum anderen, kann seine Ex aufstehen, wenn der Sohnemann früh morgens am Bett steht, denn sie hat ja frei!
Von daher war ich schon sehr traurig, zum Ende hin, kurz bevor Aufbruchstimmung herrschte, als mir klar wurde, dass er wirklich nicht hier bleiben würde. Dabei hat er morgen nicht mal sooo viel zu tun auf Arbeit, nur ein Zelt aufbauen.. Ach egal.
Fakt ist, ich lag am Ende etwas betrübt im Bett neben ihm. Denn es war heute wirklich, wirklich richtig schön, so richtig schön! Ich weiß auch nicht. Ich habe auch heute gar nicht so lange gebraucht, um mich an ihn zu gewöhnen. Das letzte Treffen ist zwei Wochen her. Aber er hatte heute wieder strahlend gute Laune, und hat es mir so recht einfach gemacht, mich an ihn zu gewöhnen. Es war von Anfang an irgendwie schon schön. Ich kann noch nicht einmal richtig sagen warum. Zum Teil kam es mir echt so vor, als wären wir zusammen.
Wir daten jetzt im übrigen schon 5 Monate! Unglaublich..
Zurück zum Trübsalblasen. Ich war wirklich kurz davor zu weinen. Aber das konnte ich natürlich nicht neben ihm. In meinem Kopf habe ich mich darüber geärgert, dass er nicht bleibt, und die Gründe aufgezählt, und ihn innerlich angemeckert, und rumgezickt. Äußerlich war ich still. Ich habe kein Wort darüber verloren. Denn eigentlich, habe ich doch gar nicht das Recht dazu. Ich bin doch gar nicht in der Lage, ihn wegen so etwas anzuzicken, und irgendwo verstehe ich es ja auch.
Ich bin mir nicht sicher, aber ich glaube schon, dass er gemerkt hat, dass ich plötzlich extrem still war. Falls er es gemerkt hat, dann war das das erste Mal, dass ich ihn ernst und etwas traurig angesehen habe. Sonst grinse ich ja andauernd, aber da, war ich wirklich ernst.
Neben der Enttäuschung, habe ich mich auch noch zusätlich, über mich selber aufgeregt! Dass ich gerade das Bedürfnis habe, zu weinen, heißt ja, dass ich Gefühle investiere, und dass ich anscheinend ja doch auf dem Weg bin, mich zu verknallen. Und darüber habe ich mich geärgert. Dass ich eventuell Gefühle entwickel, und dass ich traurig und enttäuscht bin, wo ich es gar nicht sein müsste, sollte – dürfte!
Ach, ich weiß auch nicht. Das hat mich natürlich zusätzlich geärgert. Dämliches ich.

Nun, wo er aber wieder weg ist, und ich mich ja doch sehr schnell wieder regeneriert hab, weiß ich, dass ich noch nicht verknallt bin. Sonst wäre es ganz anders.
Wobei ich im Gefühle unterdrücken natürlich ein Ass bin, von daher könnte es auch sein, dass ich mir selber etwas vormache.
Aber andererseits.. ich glaube nicht, dass ich verknallt bin. Heute war wirklich ein richtig schönes Date, und zwischendurch dachte ich mir, „jetzt könnte ich mich verknallen“ und „eine Beziehung mit ihm, ist gar nicht soo abwegig“. Der springende Punkt dabei ist, dass ich dachte, jetzt könnte ich mich verknallen – ich tat es aber nicht.
Wäre auch zu schön. Das würde mir gar nicht in den Plan passen.
Zum einen, solange er noch nicht ausgezogen ist, machen Gefühle überhaupt keinen Sinn, und zum anderen, solange er nicht genug Single- und Kompromissfreie-Zeit hatte, sollte ich da auch nicht zu viel investieren – gefühlstechnisch natürlich nur.
Denn ansonsten läuft es ja ganz gut. Ich bin ihm gegenüber auch relativ offen, rede auch über persönliche Sachen, und über meine Familie. Und das wichtigste, er bringt mich immer noch zum Lachen und Strahlen.
Als ich vorhin so schlechte Laune hatte, hat er es komischerweise auch mehrmals geschafft, mich da rauszureißen, und mir ein Lächeln abzugewinnen.

Nur jetzt ist es fast so, als wäre er gar nicht hier gewesen.
Fünf Stunden war er hier, und alles was mir bleibt, ist sein Geruch in meiner Wohnung. Der einzige Indiz dafür, dass er hier war.

Geduldig

Es läuft immer besser mit A.
Zwar hatten wir schon über ein Dutzend Dates, aber ich weiß immer noch nicht, ob er auch wirklich zu mir passen könnte.
Aber das ist ja auch erstmal egal. Und eigentlich ist es besser so, wie es jetzt ist.
Denn wenn sich für mich doch herausstellt, dass er passt, dass wir harmonieren, dann möchte ich ihn auch wirklich haben. Aber das kann ich nicht. Jetzt noch nicht. Diesen Monat fängt seine „Freundin“ mit ihrem neuen Job an, und deshalb kann er diesen Monat ausziehen.
Ich weiß,dass er jetzt erst einmal die gewonnene Freizeit, das Ausschlafen und vorallem den weitaus geringeren Streß- und Streitpegel genießen will.
Wir lernen uns weiterhin noch kennen, und sehen, wo es hinläuft. Vielleicht wird irgendwann eine Beziehung daraus, vielleicht aber auch nicht.
Aber zur Zeit wäre er eh noch nicht bereit dafür, und ich würde es ihm auch beim besten Willen nicht aufzwingen. Er soll das jetzt erstmal genießen, dass er keine Kompromisse mehr schließen muss, sondern tun und lassen kann, was und wann er will.
Ein weiterer Pluspunkt an unserer derzeitigen Romanze, Datingstrecke oder wie auch immer man das bezeichnet ist, dass ich noch nicht verknallt bin.
Natürlich wünsche ich mir hin und wieder, er wäre bei mir, und ich könnte neben ihm einschlafen, aber verknallt bin ich nicht. Irgendwie gehe ich an das ganze viel rationaler ran, als an all die anderen Geschichten.
Aber das finde ich gar nicht so schlecht. Ja ok, ich könnte denken:“Na,na,na! Dass das mal nicht so läuft, wie meine zweite Beziehung. Wo ich unter der Woche immer relativ gefühlslos war,meinen Partner nicht vermisst hab, und nur am Wochenende,wenn wir uns gesehen haben, meinen Gefühlen freien Lauf ließ! Ob das die richtige Taktik war?!“
Dennoch finde ich es gerade so gut! Nämlich, dass ich ihn nicht vermisse! Und eben nicht daran kaputt gehe,wenn wir uns mal zwei Wochen nicht sehen!
Zur Zeit sehen wir uns alle ein bis zwei Wochen, und das ist ok! Wenn er hier ist, würde ich ihn jedes Mal am liebsten länger hierbehalten, aber an den anderen Tagen, wenn wir uns nicht sehen, da verspühre ich nicht dieses unsägliche Gefühl der Sehnsucht! Und das ist gut!
Abgesehen davon,dass es mich viel zu sehr ablenken würde, wäre es auch noch unsinnig!
Denn wenn ich diese Sehnsucht verspühren würde, und verknallt wäre, hieße das auch, dass ich ihn unbedingt so oft wie möglich bei mir haben will. Und natürlich, dass ich mit ihm zusammen sein will, aber beides bleibt mir ja noch verwehrt, und ist nicht so mirnichts dirnichts durchzuführen, von daher wäre es vollkommen sinnlos, wenn ich mich jetzt verknallen würde!
So sehr ich mich schon darauf freue, irgendwann wieder richtig verliebt zu sein, weiß ich doch, dass es jetzt gerade unpassend wäre. Ich warte lieber auf den passenden Moment, wenn ich es dann auch richtig ausleben kann, wenn es auch nicht mehr so viel ausmacht, Sehnsucht zu verspühren, weil ich dann weiß, dass er mich auch vermisst und wir uns bald wieder sehen.
Solange warte ich lieber noch.

Komisch,das scheint gerade die einzige Sache zu sein, bei der ich keine Ungeduld verspühre..

Unter Kontrolle

Bei insgesamt 7 Treffen sind wir jetzt. Das letzte war am 30.12. und wie ich finde, mit das beste bisher. Ich hab mich diesmal sehr wohl gefühlt. Und wie ich fand, auch mehr geredet als sonst. Ich war nicht ganz so still und leise, wie ich mich sonst die letzten Male immer empfunden hatte. Zwar weiß ich nicht, ob er das überhaupt bemerkt hat, aber für mich selber war es einfach anders. Wahrscheinlich öffne und gewöhne ich mich immer mehr an ihn..
Aber ich muss aufpassen, mich nicht zu verknallen. Denn bei diesem Treffen hab ich plötzlich kurzzeitig Gefühle empfunden, die da vorher noch nicht waren. Ich war sogar zeitweise richtig nervös.
Und deshalb muss ich nun etwas aufpassen, und darf auf jeden Fall so lange er nicht einen Schlußstrich unter seine Beziehung gesetzt hat, meinem Impuls nicht nachgehen. Bisher bin ich ja auch noch nicht verknallt, aber ich weiß einfach, dass das Ganze jetzt noch keinen Sinn machen würde. Mich in der derzeitigen Situation zu verknallen, wäre einfach nur dämlich und aussichtslos. Denn ich kann ihn weder ganz für mich alleine haben, noch kann ich zB eine Nacht mit ihm verbringen. Oder mich ganz allgemein ungezwungen mit ihm treffen, denn er ist ja durch seinen Sohn an bestimmte Zeiten gebunden. Und da er ja noch mit Kind und Kegel zusammen wohnt, ist er jeden Tag irgendwie gebunden. Und das mit dem bei mir übernachten, fällt ja sowieso flach…
Deshalb besinn ich mich jetzt einfach nur darauf, dass er mir gerade ganz gut tut, und dass ich es einfach so hinnehmen soll, wie es gerade ist, denn ändern kann ich daran sowieso nichts. Außerdem lerne ich ihn dadurch langsamer kennen und kann so mit etwas mehr Abstand an die ganze Sache rangehen, um mich gezielt wirklich erst dann zu verknallen, wenn ich merke er passt zu mir, und wenn ich weiß, es könnte Sinn machen. Bis dahin bleibt es bei einer ganz normalen Vorfreude auf unser nächstes Treffen. Natürlich muss ich zugeben, dass der Gedanke an ihn ein Lächeln in mein Gesicht zaubert, aber verknallt, das bin ich wirklich nicht. Das kann ich mit Bestimmtheit sagen!
Wenigstens mal eine Sache, die ich ganz gut unter Kontrolle habe. Noch zumindest.

Ich gehe es langsam an…

Langsam ist es mal an der Zeit, über die Tage bei ihm zu schreiben..
Es war sehr schön und auch echt entspannt. Ich hab ein paar seiner Freunde kennengelernt und auch seine Eltern. Andere würden das bestimmt als überstürzt sehen, aber ich fand es schön. Irgendwie gehört es ja auch zu dem Bild eines Menschen dazu, seine Eltern kennenzulernen. Außerdem ist er ja auch ein „Freund“, und von Freunden lernt man doch die Eltern irgendwann mal kennen..
Einen kleinen Tiefpunkt gab es nur am Samstag Abend. Als wir mit Freunden unterwegs waren. Ausgelöst wurde dieser gar nicht durch ihn, aber dennoch hatte plötzlich keine Lust mehr auf ihn. Wollte nicht, dass er mich anfasst, und bin auf dem Weg in seine Wohnung, so weit weg wie möglich von ihm gegangen. Und als wir dann in seiner Wohnung noch mit den anderen zusammensaßen, habe ich ihn auch erstmal ignoriert. Ich weiß auch nicht so recht. Ich hatte einfach ganz plötzlich keine Lust mehr auf ihn. War ganz seltsam.
Aber das hat sich dann mit der Zeit wieder etwas gelegt. Und der Sonntag war dann auch nochmal richtig schön entspannt. Am Ende des Abends dachte ich mir jedoch „das wird nichts“. Habe noch viel gegrübelt und irgendwie wollte das Gefühl auch in den letzten verliebenen Stunden am Montag nicht so recht weichen. Denn das Ding war einfach, dass er mir äußerlich nicht zu hundertprozent gefällt..
So gesehen war ich etwas enttäuscht von mir, dass ich am Ende nicht mit einem super guten Gefühl abfahre. Aber dagegen konnte ich ja schlecht etwas machen.
Nun sind mittlerweile über 1,5 Wochen vergangen, und wir schreiben immernoch täglich. Und es ist schön. Es macht Spaß. Ich habe mich dazu entschieden, noch weiter abzuwarten und zu schaun, wie es wird. Ich will ihn noch weiter kennenlernen und sehen, ob er mir als Mensch wichtig wird, und mir damit auch der kleine Makel egal wird. Denn es stimmt ja auch, dass jemand mit seinem Charakter schöner wird. Also werde ich einfach noch ein wenig abwarten und es ruhig angehen. Eigentlich ist es so ja auch ganz gut, dass ich mich noch nicht verknallt habe, so hält sich meine Sehnsucht in Grenzen.
Wir sehen uns jedoch schon nächste Woche wieder. Er kommt für ein paar Tage her, bevor ich dann am Freitag wegfliege. Ich bin gespannt wie das wird. Mal sehen, ob das Gefühl, dass das nichts wird, wiederkommt. Oder ob es erst gar nicht aufkommt, da wir nur so wenig Zeit zusammen verbringen.
Zum Einen hab ich auch ein wenig Angst, falls er mich diesmal nerven könnte, oder ich vielleicht doch ganz schnell denke:oh Gott, der gefällt mir nicht! Davor fürchte ich mich ein wenig. Denn eigentlich freue ich mich ja darauf, ihn wiederzusehen. Weil wir uns einfach so gut verstehen. Denn trotz meinem negativem Gefühl am Ende, habe ich nach 2 Tagen sofort wieder angefangen, unaufhörlich mit ihm zu schreiben. Denn es ist einfach schön, und mir würde es auch fehlen, wenn es nicht mehr wäre.
Von daher ist das alles etwas seltsam. Aber genau deshalb, will ich ja auch noch abwarten. Er ist mir irgendwie wichtig, aber der Funke ist noch nicht übergesprungen. Also einfach noch weiter schreiben und Vertrauen aufbauen, und dann mal schauen, ob Gefühle bei mir entstehen.
So viel dazu.

Zu viel

Ich weiß, ich sollte mir nicht solche Gedanken machen, bevor wir uns wiedersehen. Es macht schließlich keinen Sinn über das Für und Wider nachzudenken, wenn ich mir über meine Gefühle nicht klar bin, und nicht einmal weiß, ob das funktionieren könnte.
Entweder es stellt sich dann dabei heraus, dass es nicht passt, oder es passt.
Bei der ersten Variante wäre ja nicht mehr viel zum Nachdenken, dann war’s das eben. Schön aber vorbei.
Die zweite Variante hingegen würde noch so einige Grübelei nach sich ziehen. Bin ich denn wirklich für eine Fernbeziehung geschaffen? Es ist klar, dass je nach Partnerzusammenstellung, es entweder funktioniert, oder nicht. Aber genau so klar ist auch, dass es auch Menschen gibt, für die das überhaupt nichts ist.
Warum fange ich mit diesem Gedanken eigentlich schon wieder an?!
Ich glaube, ich will mich eigentlich nur davor bewahren, schon all zu viele Gefühle in eine Beziehung zu investieren, die entweder schon nach dem nächsten Treffen zum Scheitern verurteilt ist, oder – was noch viel schlimmer wäre – die mich, aufgrund der Entfernung, ganz schlicht und einfach, das Gefühl Sehnsucht wieder verspühren lässt.
Denn ich hasse es. Und ganz ehrlich, wie wahrscheinlich ist es schon, dass dieses Gefühl, wenn daraus etwas werden sollte, nicht auftritt? Es tendiert wohl gegen Null.
Genau deshalb rede mich mir das Ganze bestimmt auch immer wieder schlecht. Zum einen bin ich glücklich, und er ist mir auch als ein Freund in den letzten Wochen sehr ans Herz gewachsen, aber es geschieht dennoch jeden Tag, dass ich mir, das ein oder andere Mal, das Ganze schlecht rede. Dann denke ich mir immer, was soll das bloß werden, wenn wir demnächst ein paar Tage 24h zusammen verbringen? Halte ich das wirklich aus? Er wird mich bestimmt nerven, oder irgendetwas an ihm wird mich stören – ganz bestimmt. Ich suche mir auch immer wieder irgendwelche Eigenschaften, wie Musikgeschmack oder Arbeitspensum, und rede sie mir schlecht! Dabei muss doch gar nicht alles hundertprozentig passen, zu einer gut funktionierenden Partnerschaft gehört schließlich so viel mehr dazu!
Nun gut, so in der Art geht das den ganzen Tag hin und her.

Gut? Nicht gut?

Gestern und vorgestern Abend hatte ich eine Verabredung. Eigentlich kein richtiges Date, wie ich zuerst dachte, aber wenn man es jetzt so im Nachhinein überdenkt, war wohl das erste Treffen doch schon ein Date. Es waren zumindest zwei sehr schöne Tage.
Die Verabredungen kamen ganz plötzlich. Er kam Montag online, schrieb mich an, und erzählte dann, er sei gerade in der Stadt. Also machten wir ein Treffen für den nächsten Abend aus. Ich habe mir riesig gefreut, wie immer, wäre ich am liebsten in der Wohnung umher gesprungen. Das Ding war einfach, dass es mich total überrascht hat, ihn jetzt plötzlich zu treffen. Denn ich wusste ja nicht, dass er hier noch mal beruflich zu tun hätte, und sonst hätten wir uns irgendwann nach dem Sommer wiedergesehen, oder so. Zumindest wäre es nicht all zu bald gewesen. Und dann schreibt er aus heiterem Himmel, er ist hier. So kam es also,dass wir uns am Dienstag getroffen haben. Sind was trinken gewesen und haben viel gequatscht. War richtig schön. Die meiste Zeit hat er geredet, aber das war vollkommen ok. Das war nicht so ein nerviges und angeberisches Gerede wie bei R., sondern einfach lustige und interessante Geschichte. Ich habe natürlich ganz unterbewusst dabei abgecheckt, ob er denn charakterlich etwas für mich wäre. Denn wir kennen uns schon zwar schon 2 Jahre, aber so richtig miteinander zu tun, haben wir erst seit einem dreiviertel Jahr. Seitdem schreiben wir regelmäßig. Er wohnt gut 400km entfernt, von daher ist da nicht viel mit sich mal eben treffen und sich dadurch kennenlernen. Es klang dabei aber nie an, dass wir was von einander wollen würden. Wir haben uns einfach nur gut verstanden. Vielleicht hier und da mal ein wenig geflirtet, aber wirklich nicht viel.
Und nun war er hier, und wir konnten zum ersten mal, alleine unter vier Augen reden. Ich hatte mich natürlich für den Abend rausgeputzt, mir am Vormittag sogar noch extra ein Outfit gekauft. Dabei war es ja kein richtiges Date. Natürlich wollte ich meinen Charme spielen lassen, und herausfinden, wie er darauf reagiert, aber es klang ja nie wirklich an, dass er was von mir will. Deshalb tat ich das, was ich mir in meinem Kopf ausmalte, als Hirngespinste ab. Doch an dem Abend merkte ich,dass er mich schon das ein oder andere Mal genau musterte, was mir natürlich schmeichelte.
Irgendwann kam dann aber leider der Moment, und wir mussten uns verabschieden. Ich fragte mich die ganze Zeit, ob ich ihn wohl küssen könnte, zumindest würde ich es gerne einmal ausprobieren. Aber ich ließ es, denn ich war mir immer noch nicht sicher, was er eigentlich über das freundschaftliche hinaus für mich empfindet, und wie er den Abend einstuft.
Er schrieb mir dann abends noch eine Nachricht, dass der Abend seinen Aufenthalt sehr aufgewertet hätte, und es sehr schön war. Ja gut, das kann ja alles heißen. Ich war mir also immer noch unsicher.
Natürlich hoffte ich, dass er sich am nächsten Tag melden würde, um zu fragen, was ich abends vor habe, und ob ich nicht noch einmal etwas mit ihm unternehmen würde. Aber ich wusste natürlich, dass das nicht eintreten würde. Aber träumen kann man ja wohl noch.. und diesmal hatte ich Glück. Als ich am späten Nachmittag online war, schrieb er mich an. Ich erwähnte meine niegelnagelneuen Balkonmöbel, und er wurde sofort neidisch, hätte am liebsten daneben gesessen – aber er hatte für den Abend schon eine Verabredung, mit Kumpels. Es gab ein hin und her, ich versuchte ihn zu überreden, dass er denen absagen solle, er sähe sie ja demnächst. Und dass ein Abend mit einer Frau ja wohl besser sei, als einer, mit Männern. Er konnte es nicht verneinen, und er ärgerte sich sichtlich darüber, dass er dieses Treffen schon ausgemacht hatte. Ich merkte, dass er viel überlegte, und anscheinend wirklich gerne den Abend mit mir verbringen würde. Dennoch dachte ich, „na ja, der wird denen schon nicht absagen. Das macht er bestimmt nicht…“. Auch weil er meinte, er könne das nicht mit seinem Gewissen vereinbaren, und er sagt nicht gerne ab. Aber genau so wenig schrieb er mir, dass er nicht kommen kann. Stattdessen überlegte er die ganze Zeit, und konnte sich nicht richtig festlegen. Und dann – ganz plötzlich – kam die Nachricht „Ich lüge gerade für dich“, das hieß für mich, er sagte seinen Kumpels ab, schrieb ihnen, er wolle sich einen ruhigen Abend machen..
Ich war total überrascht. Das hatte ich nicht erwartet, und nun machte ich mir doch so meine Gedanken, ob er nicht an noch mehr dachte, als nur an einen ruhigen Abend auf dem Balkon.
Kurze Zeit später war er dann auch schon bei mir. Wir quatschten Stunden auf dem Balkon, redeten über alles mögliche, und entdeckten noch ein paar Gemeinsamkeiten. Zu später Stunde, sind wir dann rein, und wollten eigentlich noch einen Film schauen. Leider stellte sich dabei noch heraus, dass er nur noch eine Stunde bleiben würde. Also dachte ich mir, muss ich etwas hinne machen. Erst berührten sich nur unsere Arme ein wenig. Dann lehnte ich mich an ihn an – um ein wenig vorzutasten. Und nun war ich mir fast sicher, dass er mich nicht nur als eine Freundin sieht. Es vergingen noch einige Minuten, und ich ergriff die Initiative zum Kuss – nun war ich mir zu hundert Prozent sicher!
Wir verbrachten noch eine schöne Nacht, fuhren zu seinem Hotel, denn er musste ja heute wieder abreisen, und teilten uns ein Kopfkissen und eine Decke.
Der Abschied dann vorhin, war zwar irgendwie komisch, viel mir aber nicht sonderlich schwer. Natürlich ist es schade und ärgerlich, dass wir uns nun erstmal eine Weile nicht sehen, aber traurig war ich eigentlich nicht. Und genau hier liegt auch der Hund begraben. Er nimmt das alles sehr, sehr, sehr ernst, so scheint es mir. Meinte schon im Hotel:“Das alles fehlt mir jetzt schon.“ und „In was für eine Situation haben wir uns da nur gebracht?“ – hm, ja. Wir wohnen ein paar Autostunden von einander entfernt, und das ist schon ein wenig blöd, wenn man sich kennenlernen will. Aber es hat ja auch noch niemand gesagt, dass wir gleich eine feste Beziehung eingehen müssen.
Ich weiß, ich bin komisch. Die ganze Zeit rede ich von nichts anderem, wünsche mir nichts mehr, als eine feste Beziehung, und nun mache ich einen Rückzieher. Es hat einfach noch nicht klick gemacht. Und es wäre auch reiner Selbstmord, sich sofort auf ihn einzulassen! Denn jetzt eine Fernbeziehung, oder ein Verknalltsein mit dem Wissen, den anderen nicht einfach sehen zu können, passt mir überhaupt nicht! In ein bis zwei Monaten vielleicht, aber nicht jetzt. Na gut, ich werde sehen wie es sich weiter entwickelt, was er sagt, schreibt. Und wie ich das einordne, wenn ich das überhaupt kann. Ich fühle nach der gemeinsamen Zeit jetzt ganz anders als erwartet. Nicht so gut wie es sein sollte. Es sollte ganz anders sein! Ich sollte glücklich und ausgelassen sein, stattdessen fühle ich nichts, außer ein bisschen Verwirrung vielleicht..
nicht gut, nicht gut…

Zu allem Überdruss würde er auch noch gut passen. So betrachtet, sieht er gut aus, hat Charme, eine angenehme Stimme und ein ansteckendes Lachen. Außerdem hat er ähnliche bis identische Wertvorstellungen, ein gutes Elternhaus, ein enges Verhältnis zu seinem Bruder und bezüglich seiner Zukunft, konkrete Vorstellungen, die jedoch auch variabel sind, je nachdem, wie es sich so entwickelt. Und das – man glaubt es kaum – sind genau die Sachen, auf die ich sehr viel Wert lege, oder die mir zumindest wichtig sind, damit ich die Person charakterlich besser einschätzen kann. Dies sind so unter anderem die Punkte, die ich abarbeite, wenn ich jemanden kennenlerne. Gerade die Zukunftspläne sind dabei enorm wichtig, denn z.B. so etwas, wie bei Nr.1, der keine Ahnung hat, was er später machen will, und nun das zweite Jahr mehr oder weniger rumgammelt, geht eigentlich gar nicht. Da muss der Rest schon wirklich perfekt sein. Denn ich kann nicht mit jemanden zusammen sein, der da komplett anders tickt als ich. Ich möchte jemanden an meiner Seite, der selbstständig und zielstrebig ist. Und nicht einen pubertierenden Milchbubi, der sich nicht einmal eigenständig um eine Arbeitsstelle bemühen kann, geschweige denn sich damit auseinander setzt, was beruflich überhaupt in Frage käme..
Von daher passt das alles bei ihm echt gut. Das habe ich schon am Dienstag bemerkt, und deshalb ist es umso ägerlicher, dass wir so weit voneinander entfernt wohnen und ich in dieser Blase puren Unwissens schwebe..