Gedanken.Los

… der Versuch, das Gefühlschaos zu ordnen

Eins bleibt

Er ist noch nicht lange weg.
Aber immerhin, habe ich mich schon wieder ganz gut gefangen.
Ich war wirklich richtig traurig darüber, dass er heute gehn muss, und nicht hier bleibt. Vielleicht war ich auch ein wenig enttäuscht…
Denn heute habe ich es nicht ganz verstanden. Ja klar, seine Ex weiß ja nicht, dass er da was mit jemand andern laufend hat, und es wäre seltsam, wenn er früh morgens nicht neben ihr im Bett liegen würde, aber sie hat gerade Urlaub und der Kleine muss morgen nicht in die Kita, was zum einen heißen würde, A. müsste ihn nicht hinbringen, und zum anderen, kann seine Ex aufstehen, wenn der Sohnemann früh morgens am Bett steht, denn sie hat ja frei!
Von daher war ich schon sehr traurig, zum Ende hin, kurz bevor Aufbruchstimmung herrschte, als mir klar wurde, dass er wirklich nicht hier bleiben würde. Dabei hat er morgen nicht mal sooo viel zu tun auf Arbeit, nur ein Zelt aufbauen.. Ach egal.
Fakt ist, ich lag am Ende etwas betrübt im Bett neben ihm. Denn es war heute wirklich, wirklich richtig schön, so richtig schön! Ich weiß auch nicht. Ich habe auch heute gar nicht so lange gebraucht, um mich an ihn zu gewöhnen. Das letzte Treffen ist zwei Wochen her. Aber er hatte heute wieder strahlend gute Laune, und hat es mir so recht einfach gemacht, mich an ihn zu gewöhnen. Es war von Anfang an irgendwie schon schön. Ich kann noch nicht einmal richtig sagen warum. Zum Teil kam es mir echt so vor, als wären wir zusammen.
Wir daten jetzt im übrigen schon 5 Monate! Unglaublich..
Zurück zum Trübsalblasen. Ich war wirklich kurz davor zu weinen. Aber das konnte ich natürlich nicht neben ihm. In meinem Kopf habe ich mich darüber geärgert, dass er nicht bleibt, und die Gründe aufgezählt, und ihn innerlich angemeckert, und rumgezickt. Äußerlich war ich still. Ich habe kein Wort darüber verloren. Denn eigentlich, habe ich doch gar nicht das Recht dazu. Ich bin doch gar nicht in der Lage, ihn wegen so etwas anzuzicken, und irgendwo verstehe ich es ja auch.
Ich bin mir nicht sicher, aber ich glaube schon, dass er gemerkt hat, dass ich plötzlich extrem still war. Falls er es gemerkt hat, dann war das das erste Mal, dass ich ihn ernst und etwas traurig angesehen habe. Sonst grinse ich ja andauernd, aber da, war ich wirklich ernst.
Neben der Enttäuschung, habe ich mich auch noch zusätlich, über mich selber aufgeregt! Dass ich gerade das Bedürfnis habe, zu weinen, heißt ja, dass ich Gefühle investiere, und dass ich anscheinend ja doch auf dem Weg bin, mich zu verknallen. Und darüber habe ich mich geärgert. Dass ich eventuell Gefühle entwickel, und dass ich traurig und enttäuscht bin, wo ich es gar nicht sein müsste, sollte – dürfte!
Ach, ich weiß auch nicht. Das hat mich natürlich zusätzlich geärgert. Dämliches ich.

Nun, wo er aber wieder weg ist, und ich mich ja doch sehr schnell wieder regeneriert hab, weiß ich, dass ich noch nicht verknallt bin. Sonst wäre es ganz anders.
Wobei ich im Gefühle unterdrücken natürlich ein Ass bin, von daher könnte es auch sein, dass ich mir selber etwas vormache.
Aber andererseits.. ich glaube nicht, dass ich verknallt bin. Heute war wirklich ein richtig schönes Date, und zwischendurch dachte ich mir, „jetzt könnte ich mich verknallen“ und „eine Beziehung mit ihm, ist gar nicht soo abwegig“. Der springende Punkt dabei ist, dass ich dachte, jetzt könnte ich mich verknallen – ich tat es aber nicht.
Wäre auch zu schön. Das würde mir gar nicht in den Plan passen.
Zum einen, solange er noch nicht ausgezogen ist, machen Gefühle überhaupt keinen Sinn, und zum anderen, solange er nicht genug Single- und Kompromissfreie-Zeit hatte, sollte ich da auch nicht zu viel investieren – gefühlstechnisch natürlich nur.
Denn ansonsten läuft es ja ganz gut. Ich bin ihm gegenüber auch relativ offen, rede auch über persönliche Sachen, und über meine Familie. Und das wichtigste, er bringt mich immer noch zum Lachen und Strahlen.
Als ich vorhin so schlechte Laune hatte, hat er es komischerweise auch mehrmals geschafft, mich da rauszureißen, und mir ein Lächeln abzugewinnen.

Nur jetzt ist es fast so, als wäre er gar nicht hier gewesen.
Fünf Stunden war er hier, und alles was mir bleibt, ist sein Geruch in meiner Wohnung. Der einzige Indiz dafür, dass er hier war.

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