Gedanken.Los

… der Versuch, das Gefühlschaos zu ordnen

Archiv für August, 2011

in netter/attraktiver Gesellschaft

Nachdem ich einen Tag lang immer wieder rumgeheult habe, war es danach aber auch besser.
Mir sind nicht mehr, so ganz ohne Vorwarnung, die Tränen in die Augen getrieben. Ich komme jetzt damit klar. Auch wenn es immer noch ein wenig traurig ist, und vorallem schade, so ist es dennoch ok. Mir fehlt es zwar, ihm jeden Tag mind. eine Mail zu schreiben, aber wir haben ja immer noch Kontakt und schreiben alle paar Tage ein paar Zeilen. Von daher ist eigentlich alles im Lot.
Jetzt gibt es wieder etwas Neues, was mich laufend zum Grübeln bringt. Es gibt da jemand anderen, mit dem ich seit kurzem befreundet bin, und der mich ehrlich gesagt auch interessiert.
Letzten Donnerstag, als ich von meinen Eltern wieder nach Hause fuhr, habe ich ihm geschrieben und gefragt, ob ich abends noch bei ihm vorbeikommen könnte.
Und so kam es, dass ich abends zu ihm fuhr,und wir schauten „The Green Hornet“, überraschend viel witziger als ich dachte. Danach haben wir ein wenig gequatscht, auch über Männer/Frauen und Beziehungen und noch so das ein oder andere Thema. Dann war es schon halb zwei, und ich meinte, ich will ihn nicht länger nerven, er verneinte meine Aussage, und so haben wir noch PS3 gezockt, nach Jaaaaahren hab ich mal wieder Tekken gespielt. Es hat wirklich Spaß gemacht und war ein toller Abend! Um halb fünf hat er mich dann noch zu meiner Tram gebracht. Es ist also ein ganz schön langer Abend geworden, aber wir haben uns echt gut verstanden und es einfach ein schöner und lustiger Abend. Natürlich ohne irgendwas. Beim Film und auch beim PS3 spielen später, saßen wir zwar ganz dicht nebeneinander, so dass sich unsere Arme berührten, und am Ende des Films habe ich auch meinen Kopf auf seine Schulter gelegt, aber mehr war da nicht.
Ich weiß auch gar nicht, wie er zu mir steht, und viel mehr hätte ich an dem Abend auch nicht gewollt. Es war einfach nur mehr als angenehm, in solch einer netten und attraktiven Gesellschaft zu sein, und an nichts außer das Jetzt zu denken.
Also mal sehn, was das wird, ob sich daraus einfach nur eine gute Freundschaft entwickelt, oder mehr.
Die Woche fährt er erstmal weg, und kommt erst Ende August wieder. Aber wenn ich diese Woche wieder raus zu meinen Eltern und meiner besten Freundin fahre, bin ich hoffentlich eh abgelenkt. Und dann ist mein Urlaub ja auch schon fast wieder vorbei, und die Arbeit wird mich dann hoffentlich auch ausreichend ablenken, so dass ich es mal aushalte, abzuwarten.
Zur Zeit drehen sich meine Gedanken zwar ganz schön sehr um ihn, aber das wird sich in ein paar Tagen auch schon wieder legen. Das liegt nur daran, weil der gemeinsame Abend noch so nah ist, und weil ich seit 2 Tagen mir nichts sehnlicher wünsche, als Zweisamkeit. Mal wieder. Aber es ist ja niemand da, den ich eben mal anschreiben könnte, komm vorbei. Deshalb muss ich auch das aushalten. Mal wieder alleine.

Feige

Ok, ich habe mich nicht verknallt. Das Wochenende war im Endeffekt gar nicht gut.
Also eigentlich war es schon ganz schön, aber zum Ende hin..
Ich fange am Besten von vorne an.
Am Freitag Morgen bin ich zu ihm geflogen. Ich habe erstmal gute 6h gebraucht, bis ich mich wieder an ihn gewöhnt hatte, aber dann war es eigentlich ganz schön. Wir waren zusammen in der Metro einkaufen, und haben es uns dann in seiner Wohnung gemütlich gemacht. Ich habe es wirklich genossen, und fand es schön.
Irgendwann dann im Laufe des nächsten Tages jedoch, kam die Erkenntnis – der Funke springt einfach nicht über und wird es auch nie! Nichtsdestotrotz war es ein ganz angenehmer Tag, nur dass mir von da an mehr und mehr Dinge auffielen, die mich nerven. Kleinigkeiten.
Ich ging auch immer mehr auf Abstand, habe ihn nicht von mir aus plötzlich geküsst, oder berührt.
Nach dem Sex am Abend, hätte ich beinahe losgeheult. Denn für mich war da schon klar, das wird keine Zukunft haben, aber er, er schaut die ganze Zeit noch so verknallt und ist total glücklich, ich hingegen überlege, wie ich es ihm am Besten sage.
Der letzte Tag kam, und ich rang von früh bis spät mit mir. Ich wusste schon genau, was ich sagen sollte, nur nicht wann! Erst dachte ich vor dem Frühstück, dann danach, dann bevor er wieder Pläne für den Urlaub schmiegt, dann bevor seine Freunde kommen, wenn sie gegangen sind, bevor wir zum Flughafen fahren…. Aber ich habe keine dieser Situationen genutzt. Mir war laufend übel, und ich war auch öfter kurz davor etwas zu sagen, aber ich konnte es einfach nicht. Dabei wusste ich doch, ich würde es nur noch schlimmer machen, wenn ich es nicht sage. Vorallem, weil er ja schon in einer Woche zu mir kommen wollte, um dann gemeinsam in den Urlaub aufzubrechen. Und auch, weil wir dann wieder hunderte Kilometer von einander entfernt wären, und ich eben nicht mehr die Möglichkeit hätte, es ihm persönlich zu sagen. Dabei wollte ich es ihm persönlich sagen. Denn das ist die einzige ehrliche und aufrichte Art und Weise. Aber ich habe es nicht geschafft. Ich wollte seinen Schmerz, seine Enttäuschung und seine Trauer nicht sehen. Allein wenn er mich schon so verliebt anschaut, was wird dann passieren, wenn ich ihm plötzlich sage, der Urlaub könnte ins Wasser fallen, denn ich hege keinerlei Gefühle für ihn.
Ich war feige. Ich habe es einfach nicht hingekriegt. Er hat aber auch gar nichts bemerkt, hätte er nicht irgendwas bemerken könn? Hätte er auch nur einmal gefragt, ob irgendwas ist, ich hätte es sofort gesagt. Aber so, an diesem letzten Tag, ich habe es einfach nicht über die Lippen gekriegt.
So saß ich dann also am Flughafen, wartete auf das Boarding, und musste die Tränen schnell wegwischen.
Ich war sauer und enttäuscht von mir. Jetzt fährt er nach Hause, mit einem super Gefühl. Er denkt, es war ein wunderschönes Wochenende, und er muss jetzt nur noch eine Woche arbeiten, bis er mich endlich wiedersieht. Doch er weiß nicht, was in meinem Kopf abgeht. Dass ich ganz anders über unsere Zeit zu zweit denke..
Zu Hause angekommen, habe ich auch noch überlegt, ob ich ihn vielleicht einfach anrufe, um es ihm wenigstens so halbwegs persönlich zu sagen. Aber die Idee fand ich dann irgendwie auch nicht so gut.
Also habe ich ihm spät Abends noch eine Mail geschrieben. Ich wollte es nicht noch weiter hinauszögern, das wäre einfach nicht fair.
Seine Antwort kam am nächsten Morgen, und versetzte mir einen Hieb in die Magengegend. Ich konnte seine Wut, Enttäuschung und Trauer förmlich spüren. Wie er meine Sätze kommentierte, war wirklich schonungslos. Mir war sofort kotzübel und die Tränen stiegen mir in die Augen – nicht das letzte Mal für den Tag.
Zum Glück ging unser Gespräch dann noch über ein paar weitere Mails, denn so ging es mir dann immerhin ein klein wenig besser, als er später wieder normal schrieb. Zwar ist mir immernoch schlecht, aber damit muss ich leben. Das wird sich auch so schnell erstmal nicht legen. Aber mir ist nicht mehr ganz so kotzübel wie heut früh, und ich fühle mich auch ein klein bisschen weniger elend.
Wären die anderen Mails nicht gewesen, hätte ich heute wohl an nichts anderes denken können. Na klar beschäftigt es mich trotzdem die ganze Zeit, aber es wäre ansonsten um einiges schlimmer gewesen.
Eigentlich muss ich auch lernen, aber so richtig konzentrieren mag ich mich nicht. Noch eine Sache, warum die Erkenntnis genau im falschen Moment gekommen ist. Jetzt werde ich mich die ganze Woche mit diesen Gedanken rumkämpfen, dabei muss ich wirklich noch viel lernen. Na ja, ich werde jetzt am besten schaun, dass ich noch was in mein Gedächnis geprügelt kriege.
Später am Abend liegt dann nämlich noch ein Gespräch mit ihm an. Mal sehn wie das wird, und ob ich dann nochmal wie ein Schloßhund losheule…