Gedanken.Los

… der Versuch, das Gefühlschaos zu ordnen

Archiv für April, 2011

Gut? Nicht gut?

Gestern und vorgestern Abend hatte ich eine Verabredung. Eigentlich kein richtiges Date, wie ich zuerst dachte, aber wenn man es jetzt so im Nachhinein überdenkt, war wohl das erste Treffen doch schon ein Date. Es waren zumindest zwei sehr schöne Tage.
Die Verabredungen kamen ganz plötzlich. Er kam Montag online, schrieb mich an, und erzählte dann, er sei gerade in der Stadt. Also machten wir ein Treffen für den nächsten Abend aus. Ich habe mir riesig gefreut, wie immer, wäre ich am liebsten in der Wohnung umher gesprungen. Das Ding war einfach, dass es mich total überrascht hat, ihn jetzt plötzlich zu treffen. Denn ich wusste ja nicht, dass er hier noch mal beruflich zu tun hätte, und sonst hätten wir uns irgendwann nach dem Sommer wiedergesehen, oder so. Zumindest wäre es nicht all zu bald gewesen. Und dann schreibt er aus heiterem Himmel, er ist hier. So kam es also,dass wir uns am Dienstag getroffen haben. Sind was trinken gewesen und haben viel gequatscht. War richtig schön. Die meiste Zeit hat er geredet, aber das war vollkommen ok. Das war nicht so ein nerviges und angeberisches Gerede wie bei R., sondern einfach lustige und interessante Geschichte. Ich habe natürlich ganz unterbewusst dabei abgecheckt, ob er denn charakterlich etwas für mich wäre. Denn wir kennen uns schon zwar schon 2 Jahre, aber so richtig miteinander zu tun, haben wir erst seit einem dreiviertel Jahr. Seitdem schreiben wir regelmäßig. Er wohnt gut 400km entfernt, von daher ist da nicht viel mit sich mal eben treffen und sich dadurch kennenlernen. Es klang dabei aber nie an, dass wir was von einander wollen würden. Wir haben uns einfach nur gut verstanden. Vielleicht hier und da mal ein wenig geflirtet, aber wirklich nicht viel.
Und nun war er hier, und wir konnten zum ersten mal, alleine unter vier Augen reden. Ich hatte mich natürlich für den Abend rausgeputzt, mir am Vormittag sogar noch extra ein Outfit gekauft. Dabei war es ja kein richtiges Date. Natürlich wollte ich meinen Charme spielen lassen, und herausfinden, wie er darauf reagiert, aber es klang ja nie wirklich an, dass er was von mir will. Deshalb tat ich das, was ich mir in meinem Kopf ausmalte, als Hirngespinste ab. Doch an dem Abend merkte ich,dass er mich schon das ein oder andere Mal genau musterte, was mir natürlich schmeichelte.
Irgendwann kam dann aber leider der Moment, und wir mussten uns verabschieden. Ich fragte mich die ganze Zeit, ob ich ihn wohl küssen könnte, zumindest würde ich es gerne einmal ausprobieren. Aber ich ließ es, denn ich war mir immer noch nicht sicher, was er eigentlich über das freundschaftliche hinaus für mich empfindet, und wie er den Abend einstuft.
Er schrieb mir dann abends noch eine Nachricht, dass der Abend seinen Aufenthalt sehr aufgewertet hätte, und es sehr schön war. Ja gut, das kann ja alles heißen. Ich war mir also immer noch unsicher.
Natürlich hoffte ich, dass er sich am nächsten Tag melden würde, um zu fragen, was ich abends vor habe, und ob ich nicht noch einmal etwas mit ihm unternehmen würde. Aber ich wusste natürlich, dass das nicht eintreten würde. Aber träumen kann man ja wohl noch.. und diesmal hatte ich Glück. Als ich am späten Nachmittag online war, schrieb er mich an. Ich erwähnte meine niegelnagelneuen Balkonmöbel, und er wurde sofort neidisch, hätte am liebsten daneben gesessen – aber er hatte für den Abend schon eine Verabredung, mit Kumpels. Es gab ein hin und her, ich versuchte ihn zu überreden, dass er denen absagen solle, er sähe sie ja demnächst. Und dass ein Abend mit einer Frau ja wohl besser sei, als einer, mit Männern. Er konnte es nicht verneinen, und er ärgerte sich sichtlich darüber, dass er dieses Treffen schon ausgemacht hatte. Ich merkte, dass er viel überlegte, und anscheinend wirklich gerne den Abend mit mir verbringen würde. Dennoch dachte ich, „na ja, der wird denen schon nicht absagen. Das macht er bestimmt nicht…“. Auch weil er meinte, er könne das nicht mit seinem Gewissen vereinbaren, und er sagt nicht gerne ab. Aber genau so wenig schrieb er mir, dass er nicht kommen kann. Stattdessen überlegte er die ganze Zeit, und konnte sich nicht richtig festlegen. Und dann – ganz plötzlich – kam die Nachricht „Ich lüge gerade für dich“, das hieß für mich, er sagte seinen Kumpels ab, schrieb ihnen, er wolle sich einen ruhigen Abend machen..
Ich war total überrascht. Das hatte ich nicht erwartet, und nun machte ich mir doch so meine Gedanken, ob er nicht an noch mehr dachte, als nur an einen ruhigen Abend auf dem Balkon.
Kurze Zeit später war er dann auch schon bei mir. Wir quatschten Stunden auf dem Balkon, redeten über alles mögliche, und entdeckten noch ein paar Gemeinsamkeiten. Zu später Stunde, sind wir dann rein, und wollten eigentlich noch einen Film schauen. Leider stellte sich dabei noch heraus, dass er nur noch eine Stunde bleiben würde. Also dachte ich mir, muss ich etwas hinne machen. Erst berührten sich nur unsere Arme ein wenig. Dann lehnte ich mich an ihn an – um ein wenig vorzutasten. Und nun war ich mir fast sicher, dass er mich nicht nur als eine Freundin sieht. Es vergingen noch einige Minuten, und ich ergriff die Initiative zum Kuss – nun war ich mir zu hundert Prozent sicher!
Wir verbrachten noch eine schöne Nacht, fuhren zu seinem Hotel, denn er musste ja heute wieder abreisen, und teilten uns ein Kopfkissen und eine Decke.
Der Abschied dann vorhin, war zwar irgendwie komisch, viel mir aber nicht sonderlich schwer. Natürlich ist es schade und ärgerlich, dass wir uns nun erstmal eine Weile nicht sehen, aber traurig war ich eigentlich nicht. Und genau hier liegt auch der Hund begraben. Er nimmt das alles sehr, sehr, sehr ernst, so scheint es mir. Meinte schon im Hotel:“Das alles fehlt mir jetzt schon.“ und „In was für eine Situation haben wir uns da nur gebracht?“ – hm, ja. Wir wohnen ein paar Autostunden von einander entfernt, und das ist schon ein wenig blöd, wenn man sich kennenlernen will. Aber es hat ja auch noch niemand gesagt, dass wir gleich eine feste Beziehung eingehen müssen.
Ich weiß, ich bin komisch. Die ganze Zeit rede ich von nichts anderem, wünsche mir nichts mehr, als eine feste Beziehung, und nun mache ich einen Rückzieher. Es hat einfach noch nicht klick gemacht. Und es wäre auch reiner Selbstmord, sich sofort auf ihn einzulassen! Denn jetzt eine Fernbeziehung, oder ein Verknalltsein mit dem Wissen, den anderen nicht einfach sehen zu können, passt mir überhaupt nicht! In ein bis zwei Monaten vielleicht, aber nicht jetzt. Na gut, ich werde sehen wie es sich weiter entwickelt, was er sagt, schreibt. Und wie ich das einordne, wenn ich das überhaupt kann. Ich fühle nach der gemeinsamen Zeit jetzt ganz anders als erwartet. Nicht so gut wie es sein sollte. Es sollte ganz anders sein! Ich sollte glücklich und ausgelassen sein, stattdessen fühle ich nichts, außer ein bisschen Verwirrung vielleicht..
nicht gut, nicht gut…

Zu allem Überdruss würde er auch noch gut passen. So betrachtet, sieht er gut aus, hat Charme, eine angenehme Stimme und ein ansteckendes Lachen. Außerdem hat er ähnliche bis identische Wertvorstellungen, ein gutes Elternhaus, ein enges Verhältnis zu seinem Bruder und bezüglich seiner Zukunft, konkrete Vorstellungen, die jedoch auch variabel sind, je nachdem, wie es sich so entwickelt. Und das – man glaubt es kaum – sind genau die Sachen, auf die ich sehr viel Wert lege, oder die mir zumindest wichtig sind, damit ich die Person charakterlich besser einschätzen kann. Dies sind so unter anderem die Punkte, die ich abarbeite, wenn ich jemanden kennenlerne. Gerade die Zukunftspläne sind dabei enorm wichtig, denn z.B. so etwas, wie bei Nr.1, der keine Ahnung hat, was er später machen will, und nun das zweite Jahr mehr oder weniger rumgammelt, geht eigentlich gar nicht. Da muss der Rest schon wirklich perfekt sein. Denn ich kann nicht mit jemanden zusammen sein, der da komplett anders tickt als ich. Ich möchte jemanden an meiner Seite, der selbstständig und zielstrebig ist. Und nicht einen pubertierenden Milchbubi, der sich nicht einmal eigenständig um eine Arbeitsstelle bemühen kann, geschweige denn sich damit auseinander setzt, was beruflich überhaupt in Frage käme..
Von daher passt das alles bei ihm echt gut. Das habe ich schon am Dienstag bemerkt, und deshalb ist es umso ägerlicher, dass wir so weit voneinander entfernt wohnen und ich in dieser Blase puren Unwissens schwebe..

„Ja, immer noch allein“

Die 10 Tage Dienstreise haben echt gut getan. Viel gearbeitet, Spaß gehabt, und vorallem, gute Laune.
Ich hatte kaum Zeit, schlechte Gedanken zu haben. Wenn ich mal schlecht gelaunt war, dann nur, weil ich genervt war, oder es gerade sehr stressig war. Aber beides ging schnell vorüber.
Es tat gut, von allem weg zu sein. Denn kaum bin ich zurück, schon habe ich ein Tief.
Gestern war ich auf einer Familiengeburtstagsfeier, und zum Ende hin, hatte ich richtig schlechte Laune. Ich musste mich sogar zusammenreißen, nicht loszuheulen.
Eigentlich war ich ja nur schlecht gelaunt, weil es so lange ging, und ich dann erst so spät zu Hause sein würde, weiß auch nicht, warum mich das so sehr genervt hat. Aber es kam noch etwas anderes dazu. Es gibt nämlich eine Sache, warum diese Familienfeier ein wenig stressig sein können: die ständige Fragerei!
„Wie läufts in der Liebe?“, „Warum bist du allein hier?“ usw.
Ja gut, was soll man darauf sagen? Ich bin eben allein hier, da ist niemand anderes. Die Liebe macht rein gar nichts. „Warum?“ – Weil ich mir immer die falschen aussuche, die die keine Lust auf eine Beziehung habe. Weil mehr als Sex nicht drin ist. Weil ich eben gerade kein Glück habe.
Am besten war ja noch:“Vielleicht bist du zu wählerisch!“, ich glaube nicht. Na klar gefällt mir nicht jeder, der mich angräbt, und oft stört mich dann nach einer Weile etwas, weswegen ich mir dann überlege, eine Beziehung würde wohl doch nicht hinhauen. Aber dennoch kann man jetzt auch nicht sagen, ich würde überhaupt keinen finden. Zum flirten, küssen oder Sex hat es ja dann doch oft gereicht. Von daher finden tu ich ja schon welche, nur stellt sich dann immer heraus, dass sie Arschlöcher sind, oder nicht passen… Na ja, so viel erstmal dazu.
Rest folgt irgendwann anders..

edit
Das Beste hätte ich ja beinahe vergessen. Es ist doch immer wieder schön, von einem Verwandten die folgenden Worte zu hören:“Und ich dachte, der letzte wär’s gewesen!“ – Wenn ihr wüsstet! Wenn ihr nur wüsstet!! Ihr würdet nicht mehr so positiv von ihm denken, das wette ich. Aber egal. Ist ja auch nur die zweite Person, bei der ich euch nicht die ganze Wahrheit erzähle, nur damit ihr kein schlechtes Bild von demjenigen kriegt.

Oberkante Unterlippe!

Ich lache mir wohl immer die Falschen an.
Zu sagen so langsam habe ich keinen Lust mehr ist mehr als übertrieben!
Denn ich habe schon seit längerem keinen Bock mehr auf den ganzen Mist.
Ich halte es nicht aus, Single zu sein, aber ich halte es auch nicht mehr aus, mir einen Mann
zu suchen. Erstens finde ich eh keinen passenden. Zweitens, wenn einer dann mal ganz
passabel ausschaut, und auch nicht nur Grütze im Kopf hat, will er keine Beziehung. Und drittens,
steht es mir einfach bis hier oben hin. Ich will den ganzen Anfang überspringen, und erst da wieder
einsetzen, wo es sich herausstellt, ob derjenige eine feste Beziehung eingehen möchte, oder nicht.
Dass ich mir am Anfang auch gleich immer so den Arsch aufreiße, nervt einfach. Denn es ist für nichts und wieder nichts!!
Also, wozu mir das noch länger antun?