Gedanken.Los

… der Versuch, das Gefühlschaos zu ordnen

Archiv für Februar, 2011

Bloß nichts zerstören

Ich atme tief ein, neige meinen Kopf Richtung Brustkorb – und rieche ihn.
Den unbekannten Typen von eben. Endlich mal einen erfolgreichen Abend gehabt. Besser gesagt endlich mal wieder einen schönen Abend gehabt. Wie lange ich mich schon nach Küssen gesehnt habe,
und heute ist es dann endlich passiert. Eigentlich sahen die Kerle jetzt nicht so berauschend aus, der größte Teil war nicht mein Typ, ein paar waren einfach nur aufdringlich und wollten uns nicht von der Seite weichen, und zwei sahen eventuell ganz gut aus, nur durch das dunkle Licht konnte ich sie dann doch nicht richtig erkennen. Jedenfalls nicht gut genug, als dass ich sagen könnte: Ja!
Aber dann, nach Ewigkeiten, war da plötzlich dieser Kerl mit seinen Kumpels. Mein erster Gedanke war einfach nur: wuhu! Er war wirklich der gutaussehendste Typ. Aber schon nach kurzer Zeit dachte ich, der ist doch schwul. Und: warum müssen alle gutaussehenden Männer schwul sein?
Wie ich darauf kam? Einfach durch die Art, wie er mit seinen Kumpels tanzte.
Aber weil ich natürlich nicht locker lassen konnte, und es wirklich herausfinden wollte, blieb ich in seiner Nähe – für eine ganze Weile. Hin und wieder glitten seine Blicke zu mir hinüber, aber ich dachte ja immernoch: nein,der ist bestimmt schwul, bilde dir bloß nichts darauf ein.
Aber dann geschah es, er sprach mich plötzlich an, und es wurde ein richtig schöner Abschluß des Abends! Wir haben ein wenig gequatscht, zusammen getanzt, uns berührt, gelacht, und uns geküsst.
Die letzten beiden Sachen sind dabei die Wichtigsten. Er hat mich wirklich ununterbrochen zum Lachen gebracht, und soetwas liebe ich. Und dann konnte er auch noch gut küssen! Er konnte gut küssen! Und habe ich schon erwähnt, dass er gut küssen konnte??!
Ab da wusste ich, er steht wohl doch irgendwie auf Frauen..
Es endete damit, dass wir uns ganz einfach verabschiedeten, und uns noch ein paar schöne Tage wünschten. Wir haben keine Nummern ausgetauscht. Ich dachte mindestens fünfmal darüber nach, und mindestens dreimal war ich kurz davor zu fragen, wie es denn nun sei. Aber am Ende, habe ich dann doch nicht gefragt, und er auch nicht.
Ich denke, es hätte einfach alles versaut.
Ich habe ihn ja auch nicht mit nach Hause genommen, was ja auch schon mal seltsam für mich ist. Aber ich bin eben noch ein wenig krank, und ich würde einfach keinen bei mir haben wollen, dem ich das erst erklären müsste, ich will wenn, dann jemanden neben mir im Bett haben, den ich wenigstens schon etwas kenne. Er wäre ein komplett Fremder gewesen.
Und so, wie es jetzt geendet hat, ist es gut. Ich bin mit einem breiten Grinsen vom Bahnhof zu mir gelaufen. Ich habe sein Parfüm gerochen. Ich habe mir noch leibhaft vorstellen können, wie er mich anschaut und mich küsst. Es war einfach perfekt. Es war wirklich schön. Und so soll es bleiben.
Es soll durch kein eventuelles Treffen, bei dem man merkt, man passt nicht zusammen, zerstört werden, oder durch eine Nacht, auf die ein Morgen folgt, an dem man sich verkrampft verabschiedet. Es soll einfach so bleiben, wie es war. Ein wirklich schöner Abend, der mir wieder etwas Kraft und gute Laune gegeben hat. So und nicht anders. Alles andere würde es nur kaputt machen.
So war es perfekt.
Es stimmt einfach, man soll aufhören, wenn es am schönsten ist…

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Zsfg.

Also der Typ mit der Freundin, hat keine Freundin mehr.
Und seit dem letzten Wochenende schreiben wir regelmäßig.
Außerdem habe ich mich gestern nach wieder einmal langer Zeit übergeben.
Es ist wohl einfach so, hin und wieder überkommt es einen einfach. Selten, aber es passiert eben noch. Nichts, worum man sich Sorgen machen müsste. Obwohl meine Gedanken schon wieder mit der Essstörung geliebäugelt haben, aber dennoch wird da nichts geschehen. Bei den letzten Malen, als ich darüber nachdachte und es in Erwägung zog, ist ja auch nichts passiert. Warum sollte es dann diesmal anders sein?
Hm, noch etwas Neues? Ich kann wieder normal laufen. Die Schmerzen der vergangenen Woche sind passé und ich hoffe, sie kommen auch nicht mehr wieder. Das war’s auch schon.

Alles hat ein Ende?? Wo ist meins?

Knisternd. Arme und Beine komplett eingewickelt in Klarsichtfolie.
So sehe ich derzeit aus,wenn ich ins Bett gehe.
Ja, ich habe das Glück, dass meine Genesung noch einmal um gute 4 Wochen aufgeschoben ist.
Denn nach Krankenhausaufenthalt, den Schmerzen die ich noch in den 2 Wochen zu Hause hatte, der Unverträglichkeit eines bestimmten Schmerzmittels, den andauerenden Kopfschmerzen – habe ich nun noch etwas neues gekriegt. Es ist wirklich klasse. Dieses Jahr fängt echt gut an. Wenn ich mir nach dieser Sache noch irgendwas einfange, dann ist es echt vorbei.
Gestern gings mir echt schlecht. Nicht unbedingt wegen den Schmerzen, die sind dauerhaft schlimm, sondern weil ich mich einfach einsam gefühlt habe. Ich konnte nicht mehr anders, ich musste weinen. Und auch jetzt würde ich am liebsten losheulen wie ein Schloßhund! Denn es ist einfach scheiße so lange krank zu sein und dabei auch noch allein zu sein. Allein bei dem Einwickeln in Klarsichtfolie wäre Hilfe ganz nett, aber auch bei anderen Sachen, wie einkaufen. Denn zur Zeit schmerzt jeder Schritt. Und dann noch diese ganzen Treppen! Ich muss total vorsichtig beim Treppenlaufen sein. Am Besten ist eigentlich die Variante, jede einzelne Stufe immer mit beiden Füßen zu betreten, aber das dauert eine Ewigkeit. Deshalb gehe ich vorsichtig, mit leicht schmerzverzerrten Gesicht, doch ganz normal.
Auch die Nächte sind wieder eine Qual. So gut wie jede Position schmerzt an den Beinen. Von Gemütlichkeit ist hier also auch nicht die Rede, ganz abgesehen davon, dass ich auch wieder alle paar Stunden aufwache.
Ich hätte einfach nur gerne jemanden, der da ist. Der mir die Zeit vertreibt, der mich tröstet, sagt, alles wird gut und mich dabei in den Arm nimmt. Jemand, der Nachts neben mir liegt, wenn ich aufwache, der mich auf den endlosen Arztbesuchen begleitet und mit mir die Wartezeit überbrückt, der mich zum Lachen bringt, wenn mir wieder die Tränen in die Augen steigen. Jemand, der mir Geborgenheit schenkt und mir das Licht am Ende des Tunnels zeigt. Einfach jemand, der bei mir ist.

Na ja, ab morgen habe ich eine häusliche Krankenpflege, die mir dann jeden Morgen Kompressionsverbände anlegt. Das einzige Glückliche dabei ist, dass wir keinen Sommer haben.
Ich muss sagen, wenn man jetzt meine Psychotherapie mal weglässt, dann war ich innerhalb so kurzer Zeit, noch nie so oft beim Arzt. Und dann auch noch immer was Neues. Na ja, ein bisschen Abwechslung muss ja schließlich sein.

LustLos

Zur Zeit habe ich eigentlich weder auf Nr.1 noch auf Nr.2 richtig Lust.
Ich weiß nicht, ob es nicht daran liegt,dass ich immernoch nicht richtig gesund bin,
oder weil ich damit abgeschlossen hab, dass das beides nichts richtiges ist und auch nie werden wird.
Als ich im Krankenhaus war,habe ich dafür mal an den Typen mit der Freundin gedacht. Weiß jetzt auch nicht mehr genau warum, oder wie ich auf den kam. Komischerweise hat er mir in der Zeit als ich im KH lag eine Nachricht geschickt. Als ich wieder zu Hause war und die Nachricht las – er fragte, was ich am Wochenende mache – habe ich ihm sogar geantwortet. Obwohl ich vor ein paar Monaten eigentlich durch war mit dem Thema und eher angeekelt war von ihm, habe ich jetzt wieder mit dem Gedanken gespielt, ihn zu treffen. Und ich denke, ich werde das wohl auch tun. Wenn ich wieder feiern gehen kann, werd ich mich bestimmt mal auf einer Party mit ihm treffen. Da habe ich dann wenigstens noch die Chance zu verschwinden, falls ich doch von ihm angeekelt sein sollte.
Warum ich mich jetzt doch wieder mit ihm treffen möchte? Tja, ich weiß auch nicht. Eine Laune der Natur. Zum einen auf jeden Fall, weil es mir gefällt, dass er, obwohl unser letztes Treffen schon länger her ist, und er eine Freundin hat, dennoch so an mir interessiert ist. Zum anderen vielleicht auch, weil ich bei ihm gar keine großen Erwartungen habe, außer gutem Flirten und ein wenig Machogehabe. Aber eine Beziehung zum Beispiel, daran würde ich bei ihm nie denken. Aber mit ihm zu flirten, das macht einfach Spaß. Ich werde mal sehen, was sich aus dem nächsten Treffen so ergibt. Ob es eins gibt, und wie es verläuft. Ob ich Spaß habe oder doch schnell flüchte. Es bleibt spannend!

Achillesferse

Bin ich leicht auszunutzen? Zu benutzen?
Ich glaube ja.
Ich bin einfach viel zu gutmütig, habe eine viel zu große Freude daran, anderen
Menschen etwas Gutes zu tun – sie zu überraschen oder zu beschenken.
Ich bin kompromissbereit und passe mich an. Ich stecke zurück und
sage nicht immer, was ich will. Ich will perfekt sein und gehe ein großes Problem
deshalb dann erst an, wenn es mich zu zerbersten droht.

Ich weiß, meine Minderwertigkeitskomplexe fangen schon wieder an. Aber ich meine,
das ist doch eine Tatsache, dass ich so bin. Natürlich, das ein oder andere kann ich ändern und ich habe auch in einigen Situationen schon anders gehandelt, aber im Großen und Ganzen sind das nunmal meine Eigenschaften, und die machen mich nicht nur liebenswürdig, sondern eben auch
angreifbar und verletztlich.

Nichtsdestotrotz bin ich eigentlich gerade ganz zufrieden mit meinem Singelleben.
Auch wenn es mir gerade sehr fehlt, nicht alleine zu schlafen, bin ich dennoch relativ zufrieden.
Zumindest bin ich mir darüber im Klaren, dass ich eh zur Zeit keine Beziehung führen könnte. So
wie es gerade ist, ist es ganz ok. Natürlich, das ein oder andere könnte besser sein, aber eigentlich
kann ich ganz zufrieden sein mit meinem Leben..
Vielleicht schaffe ich es ja auch irgendwann mal, nicht mehr so viel Angriffsfläche zu bieten. Ich arbeite daran. Ob damit die Minderwertigkeitskomplexe jedoch verschwinden und ich auch seelisch auf einem guten Level bleibe, ist eine ganz andere Sache..