Gedanken.Los

… der Versuch, das Gefühlschaos zu ordnen

Archiv für Mai, 2009

Unverständlich

Ich verstehe einfach nicht, warum er es nicht nachvollziehen kann, dass er mich mit der aussage, auch eine schlanke Freudin haben zu wollen unter Druck setzt !!!!!??!!!!!!!!!!!
Ich versteh das einfach nicht! Er muss sich doch auch in meine Lage versetzen können.
Was meine Art des Abnehmens angeht sei ja total dahingestellt, denn darum geht es in dieser Diskussion gar nicht, dafür mache ich ja eine Threrapie, es geht darum, dass er mir Bedingungen stellt und dass ich einfach weder hin noch her weiß, da ich beide Aussagen – gesund & schlank zu sein – nicht gleichzeitig erfüllen kann.
Auch wenn er sagt, die Gesundheit geht vor, ich habe es doch dennoch im Hinterkopf. Ich weiß es doch trotzdem. Wie soll man denn dann normal essen, kann mir das mal jemand sagen?
Außerdem, sobald ich gesund wäre, stünde ich ja immernoch vor dem selben Problem!!
Dann wäre es sogar noch schlimmer. Jetzt kann ich ja noch sagen, es liegt am Stoffwechsel, obwohl ich das langsam nicht mehr glaube, aber dann, was soll ich dann sagen? Und machen?
Was ist, wenn ich nicht weit genug unter meinen Setpoint komme? Denn es ist rein biologisch auch nunmal so, dass man da nicht weit runter kommt.
Und was dann? Dann geht nichts mehr.
Und er meint, er würde sich nie von mir trennen, er will mit mir sein Leben verbringen, aber wie sollte das denn dann gehen?
Wie sollte das funktionieren, wenn ich bei meinem Setpoint bin, mich bemühe, aber dennoch nicht schlank genug für ihn bin ???!!
Dann kann ich nichts mehr machen, dann liegt es an ihm.
Also warum kann er sich nicht mal etwas mehr mit der Sache auseinander setzen, und schonmal versuchen, sein Denken umzuändern.
Ich meine, ich muss das in der Therapie schließlich auch lernen, es kann also funktionieren.

Aber nein, ich bin ja an allem Schuld.
Und bei mir liegt die ganze Entscheidung, und nur ich kann das regeln und das Problem verschwinden lassen.
Denn er, er kann ja nichts dagegen machen – es sei nunmal seine Einstellung.

Wen wundert es, dass ich da nicht gesund werde, dass ich wieder kotzen will, dass ich wieder angefangen habe zu kotzen, dass ich mich „freue“, wenn er abends nicht zu Hause ist, und ich mich übergeben kann.
Wen wundert es, he ??

Repeat

Ja NEIN ja nein jein ja nein JA nein jaa Nein ja NEIN JA nein Ja nein ja nein ja nein JA nein ja nein ja NEIN ja NEIN ja nein JA nein ja nein Ja nein JA nein
JA !

So war das ungefähr vorhin in meinem Kopf. Über eine Stunde her.
.. und meine letzte Antwort hieß „Ja.“ .
Ich weiß auch nicht, warum eine Serie so triggernd sein kann ?!
Aber wahrscheinlich sind es nur meine Gefühle, die mich so anfällig machen.
Es hätte genau so gut etwas anderes sein können, was ähnliche Gefühle und Gedanken in mir hervorruft,
und dann wäre es auch passiert.
Nun ist es wieder passiert, und was soll ich sagen ?
Nichts. Denn ich kann nichts mehr sagen.
Es ist meine Entscheidung, es ist mein Weg.
Ich habe ihn ja noch nicht einmal so betreten, wie ich es mir vor einem Monat vorgestellt habe. Eigentlich habe ich nur kurz meinen Kopf vorgeschoben und mich kurz umgeschaut.
Ich bin noch meilenweit von dem entfernt, was ich in 2 1/2 Monaten sein will.
Von daher ein Erfolg für die Therapie, oder nicht?
Ich bin wirklich hin und her gerissen.
Ich denke laufend:“Man bist du schwach. Warum schaffst du das nicht mehr so durchzuziehen, he?! Das hast du doch alles schon einmal gemacht! Du kannst dich nicht durchsetzen, du kannst nicht stark sein, du zeigst deinen Willen nicht genug! Setz dich endlich durch! Erreiche etwas!“
Aber das Ziel, welches ich mir da einrede, ist eingentlich gesundheitsgefährdent. Es ist schlecht. Es ist nicht das, wofür ich zur Therapie gehe.
Es ist das, wo gegen ich lange hart angekämpft habe.
Ich war am Boden. Aber irgendwie war es doch auch oft etwas, das mir Halt gab, und ich hatte damals viel öfter ein gutes Gefühl mir gegenüber, als ich es heute habe.
Damals bin ich noch liebend gerne weggegangen, damals bin ich gerne rausgegangen, damals habe ich den Sommer geLIEBT.
Doch das tue ich jetzt nicht mehr.
Ich HASSE den Sommer! Ich verfluche ihn..
Und ich verfluche mich. Mich und meinen verdammten Körper…. !

Zwickmühle

Gestern wieder Therapie gehabt und na ja, es lief zwar nicht ganz so wie erwartet, aber ich habe diesmal erstmals ein schwerwiegendes Problem angesprochen und sie ist auch sofort voll und ganz drauf eingestiegen und das hin und her diskutiert. Ich konnte ihr immer nur beistimmen, aber dennoch weiß ich nicht, wie ich etwas an der Situation ändern soll.
Am Abend habe ich dann, mit den kleinen Hilfestellungen der Therapeutin im Hinterkopf, ein Gespräch mit meinem Freund geführt. Und zu was hat es geführt? Zu Tränen, schmerzenden Augen und einer verstopften Nase.
Als ob sich irgendetwas ändern würde. Als ob er sich ändern würde.
Wie sie schon sagte, ich bin in einer Zwickmühle und solange das Problem besteht, kann ich nicht gesund werden. Wenn er seine Einstellung nicht ändern würde, blieben ihrer Ansicht nach nur zwei Lösungen für mich übrig: Mich trennen oder mein Leben lang verzichten und hungern.
Beides tolle Aussichten.
Mal sehen wie es weiter läuft. Ich habe ihm heute morgen auch noch einen Brief geschrieben gehabt, mal schaun, ob er dazu noch etwas sagen wird, oder ob wir das Thema ab jetzt wieder zu Tode schweigen.
Wahrscheinlich letzteres.
Dann wird das eben eine Heul-Woche.
Der Höhepunkt heute war, dass ich mir Schuhe gekauft hab. Hätte mir am liebsten noch mehr gekauft, aber irgendwie war die Auswahl nicht so besonders, obwohl ich in gut 5 Schuhläden war.
Aber dennoch tat es wenigstens ein bisschen gut. Auch wenn es nur etwas kurzfristiges ist. Wenigstens etwas in meinem verheulten, depressiven, aussichtslosen Leben.

Satt

Ich bin schon wieder satt.. So satt, dass ich wieder das Bedürfniss habe, mich zu erbrechen.
Aber ich tu es nicht. Denn eigentlich weiß ich doch, dass ich heute nicht zu viel gegessen hab‘.
Ach man, da kommt es wieder. Dieser ewige Gedanke, der mir immer wieder ein schlechtes Gewissen bereitet – der Gedanke, dass ich zu viel esse.
Schlimm ist das, wenn man ständig denkt, man hat schon viel zu viel gegessen. Irgendwas im Hinterkopf bleibt zwar realistisch und denkt an die Ernährungspläne die ich habe, und daran, dass es vollkommen in Ordnung war.
Dennoch, es ist in so einem Moment einfach schwer sich zu überzeugen und zu sagen:
Du hast nicht zu viel gegessen ! !

Mal sehen, wie sich die nächsten Tage entwickeln.
Habe ich schon gesagt, dass ich den Sommer hasse?!
Heute war es wieder schlimm. Dabei hatte es sich nicht mal angebahnt. Denn heute bin ich – im Gegensatz zu gestern – mit einem guten Gefühl aufgestanden, und ganz ohne Tränen.
Heute war ich zu Hause, und hatte nur meine Therapiestunde und war danach noch einkaufen.
Auf dem Weg zur Tram ging es noch, da fühlte ich mich relativ gut, aber dann wurde es immer schlimmer.
In der Tram war es mit den Leuten sehr unangenehm.
Als ich dann mit der Therapie fertig war und zur U-Bahn lief, habe ich mich schon wieder schlecht gefühl, total unwohl in meiner Haut. Ich hatte wieder das Gefühl, total scheiße und dick auszusehen. Ich habe mich geschämt.
Im Einkaufscenter wurde es dann immer schlimmer, ich habe nach einer bestimmten Drogerie gesucht und mir dabei meine Füße wund gelaufen. Als ich dann bei H&M drin war, um zu gucken, ob sie dünne Strickjacken haben, war mein Tiefpunkt erreicht. Ich habe mich im Spiegel gesehen und dachte nur : O mein Gott!! Wie siehst du denn aus?!
Zu Hause sah ich doch in Ordnung aus, aber plötzlich… ich weiß auch nicht. Das war total schrecklich.
Dann waren da auch noch überall gut aussehende Mädels und das hat mir dann den Rest gegeben.
Als ich irgendwann den Einkauf fertig erledigt hatte, was laaaange gedauert hat, vorallem wegen zu vollen Kassen, wollte ich nur noch nach Hause. Mir war warm und ich fühlte mich in meiner Haut unwohl.
Ich war sowas von erleichtert, als ich endlich zu Hause ankam und mich umziehen konnte. Das war so befreiend. Alleine und endlich in den eigenen vier Wänden.
Dann war ich noch joggen, wobei auch wieder einige Momente sehr unangenehm waren, da mich 3 Mal Leute komisch angeguckt haben, zumindest hatte ich das Gefühl. Warum gucken die mich an?!
Mein Impuls war in diesem Moment eigentlich, ihnen ins Gesicht zu schreien, ob sie ein Problem haben.
Aber das habe ich natürlich nicht gemacht. Vorallem zwei Jugendliche, bei denen hatte ich echt das Gefühl, die hätten mich länger beobachtet…
Warscheinlich werd ich schon paranoid, aber warum gucken die mich an, wenn ich jogge?! Das sieht nunmal nicht elegant aus, und ich weiß,dass ich nen roten Kopf davon kriege, also warum starrt ihr mich an, gibt’s nichts anderes zu gucken?! Da werd ich echt wütend und vorallem aufgewühlt, werde dann richtig gestresst.
Ist halt scheiße im Frühling/Sommer zu joggen, da wird es viel zu spät dunkel.. Ich will wieder im dunkeln joggen )=

Aber jetzt muss ich noch Wäsche aufhängen und dann schlafen gehen.
Gute Nacht.

Ein Schritt vor oder zurück ?

schnell und fast schmerzlos.
obwohl ich ja sonst nicht so super spontan bin, was schnelle Entscheidungen angeht,
ging diese wirklich rasend schnell.
ich glaube innerhalb einer Minute kam mir der Gedanke, und ich entschied mich einfach es zu machen.
Wieder rückfällig zu werden.
Es war wieder so, dass ich mich dann bremsen musste, um nicht in einen Wahn des Erbrechens zu verfallen, somit sind keine Äderchen geplatzt und mein Rückfall wird auch diesmal geheim bleiben.

Nach soetwas frage ich mich natürlich, wen ich damit mehr betrüge:
die Therapeutin/en oder mich. ?
Auf der anderen Seite ist es mein freier Wille und gerade jetzt habe ich mich wirklich bewusst zu diesem Weg entschieden.
Diese Woche lief es in der Therapie sehr gut, das Thema bei dem ich nur wieder angefangen hätte zu heulen wurde nur kurz angesprochen, und sie wollte stattdessen alles über meine Familie wissen.
Da wir nicht wirklich weit gekommen sind, werden wir das bestimmt beim nächsten Mal auch noch machen –
und damit bin ich wirklich sehr zufrieden. Ich muss ja nicht immer heulen. Und das Thema Familie gefällt mir, mal was leichtes. Diese Woche hat sie mir dann auch noch ein Stückchen besser gefallen, vielleicht lag es am Thema, aber es kann auch sein, dass es an ihrer Art lag, sie hat privates erzählt und mich zum Lachen gebracht. Gerade fühle ich mich bei ihr ganz gut aufgehoben.
Und ich hoffe, dass das Thema Gewicht, Essstörung und Gefühle noch weiterhin vertagt wird.
Momentan würde ich mir da eh nicht viel sagen lassen.
Ich kann diesen Körper einfach nicht ausstehen und deshalb kann ich auch nicht wirklich kooperieren was dieses Thema angeht.

Heute hatte ich wirklich eine lange Essenspause und habe gemerkt, wie mein Körper sich danach sehnte etwas zu essen, das habe ich lange nicht gefühlt.
Aber es wird jetzt so weiter gehen. Ich esse weniger und na ja…
Ich werde das einfach so vor sich hinplätschern lassen, und sehen wie weit es mich treibt.
Zu viel darüber nachdenken bringt ja eh nichts, außer schlechte Laune.
Nur eines muss ich vielleicht noch sagen.
Heute war das Gefühl abzunehmen und schlank zu sein, sehr stark. Ich habe es beinahe so gespürt wie damals. Irgendwie tat es gut und ich habe dabei gedacht, ich werde es schaffen, ich muss es einfach schaffen, für den Sommer, für den Urlaub, für die Beziehung.