Gedanken.Los

… der Versuch, das Gefühlschaos zu ordnen

Archiv für April, 2009

Mini-Rückfall

Es war nicht viel. Und vorallem konnte ich es abbrechen, als ich es wollte.
Zwar hätte ich ohne weiteres noch länger durchziehen können, aber der Verstand sagte Nein.
Dieses Gefühl, es war so, ja, ich muss wirklich sagen, befreiend. Ich weiß, das muss jetzt total eklig klingen,
aber als dieser Druck im Rachenraum entstand, das war wirklich angenehm. Total krank eigentlich…
Aber wahr.
Nun gut, jetzt ist es auch vorbei, und ich hatte mich ja noch ganz gut unter Kontrolle.
Dennoch muss ich sagen, dass diese Überschreitung der Grenze zwischen ich bleibe vernünftig und werde dem Gefühl nicht nachgeben und gib dem Gefühl nach sehr schnell überschritten war.
Es gibt dafür mit Sicherheit mehrere Auslöser. Zum einen ist er natürlich nicht da, zum anderen habe ich wieder angefangen, etwas weniger zu essen und teilweise lange Pausen zwischen den Mahlzeiten zu lassen, aber was es mir wirklich gegeben hat, war etwas anderes.
Ich habe „Grey’s Anatomy“ geguckt, und es war schon fast vorbei, da kam am Ende eine Szene, wo sie sich mit ihrem Freund leidenschaftlich in der Wohnung küsst – und da kam der Gedanke:
„Dein Freund begehrt dich nicht mehr so. Er wird dich nie mehr so begehren. Ich möchte auch so geküsst werden.“ Natürlich kamen dazu auch noch die Gedanken, dass die zwei Schauspieler schlank sind..
Ich fühle mich wirklich miserabel. Ich hasse mich, meinen Körper.
Gestern war es ganz besonders schlimm.
Es war warm draußen, in der S-Bahn sogar heiß, ich habe geschwitzt, und auf dem Nachhauseweg dachte ich, mein Gott, was sollst du bloß anziehen, wenn es jetzt so warm wird? Nichts aus dem letzten Sommer passt dir noch.
Ich habe mich damit so richtig runtergezogen.
Als ich dann im Fahrstuhl war, habe ich mich betrachtet, und sofort musste ich weinen.
Es war so schrecklich, so demütigend, ich habe mich so geschämt und so gehasst.
Als ich in der Wohnung war, legte ich mich auf’s Bett und konnte nur noch heulen.
Ich hatte so viele schlechte Gedanken in meinem Kopf, ich habe daran gedacht, dass das so doch ein beschissenes Leben ist, dass ich so nicht leben will.
Wenn ich so denke, ist es wirklich schlimm.
Der heutige Vorfall hat mir dann gezeigt, es ist doch viel leichter wieder in die Bulimie zurück zu fallen, als ich es dachte.
Wenn ich will, kann ich es.
Ich werde noch einen Monat abwarten, und wenn sich anfang Juni noch nichts geändert hat, dann weiß ich was zu tun ist.
Nach zwei Monaten kann ich ja dann wieder von Null beginnen…
Ich weiß gar nicht, warum es so weit kommen musste.

Hart

aber manchma denk ich echt, eh es gibt so viele die unbeschwert sind und dich glücklicher machen würde – meine beste Freundin.
schon hart irgendwie. ich kann es zwar verstehen, aber ich sehe es nicht ganz so drastisch.
ich liebe ihn, und ich könnte ihn nicht verlassen, und ich will es nicht.
ich weiß, alles wird besser werden, und unsere Probleme werden auch wieder vergehen.
auch wenn er auf einer Seite großen Druck auf mich auswirkt und triggernd ist, so ist er für mich genau so eine riesen große Hilfe. und das schätze ich an ihm.
man kann eben nicht immer rundum glücklich sein.
so ist es nunmal….

F 34.1 Dysthymia

Nun hab ich hier den Konsiliarbericht für die neue Therapeutin,
und da stehen zwei Befunde drauf, und der zweite heißt
F 34.1 Dysthymia – wie gut dass es das Internet gibt – ich habe gleich
erstmal nachgeguckt, was das bedeutet, und ich fand es sehr zutreffend..
„Störung der psychischen Erlebnisverarbeitung die als Folge unbewusster Konflikte mit einer zeitweise oder andauernden vorwiegend depressiven Symptomatik einhergeht. Die neurotische Depression wird aus tiefenpsychologischer Sicht durch einen aktuellen Konflikt ausgelöst […]. Derartige auslösende Situationen sind häufig mit einem Selbstwertverlust verbunden. „ [btonline.de]
Ich finde, das trifft es alles sehr gut..
Na ja, nun bin ich ja gespannt, wie es nächsten Montag wird, wenn die erste richtige Therapiestunde beginnt…
Aber ich muss sagen, ich bin schon traurig über das Ende der anderen Therapie, jetzt hab ich mich ja grad ganz gut eingelebt und wir waren richtig drin in der Materie, und gerade jetzt muss ich zu jemand andern, bei dem ich mich auch erst wieder einleben muss und mit klar kommen muss.. schon blöd irgendwie…
Überhaupt die ganze Sache mit den Psychotherapeuten. Es ist doch so, es gibt wirklich viele Menschen die zu Therapeuten gehen, man merkt das allein schon daran, dass man nur schwer nen Platz bei einem kriegt, aber in der Gesellschaft ist es eher verpönt. Viele ziehen über die Nervenärzte her, und sind der Meinung, Psychologen haben doch immer selber einen an der Waffel. So traut sich natürlich kaum jemand offen darüber zu reden, dass er einen Termin beim Psychotherapeuten hat, und somit denken alle anderen auch, dass es gar nicht so verbreitet ist. Aber das stimmt einfach nicht.
Ich finde es genau so bescheuert, dass es von der Krankenkasse vorgeschrieben ist, wie viele Sitzungen man haben darf. Am Ende muss man dann einfach geheilt sein.
Welch eine Utopie.

Nachtrag

Ach ja, und er hatte es natürlich gesagt… Ja ist schon klar.
Heute auch noch – na ja, ich glaube eher nicht. Die paar Stunden in denen wir hier zusammen waren, hat er kein einziges Wort darüber fallen lassen.
Und als ich sagte, ich komm hin – nicht mal da hat er etwas gesagt.
Eigentlich wollte ich nicht ans Telefon, aber nun gut. Gleich als ich seine Stimme hörte, war ich irgendwie etwas ruhiger, er war nicht sauer, er hat sogar darüber gelacht.
Aber ich wollte sauer sein, ich wollte auf ihn böse sein, die schlechtgelaunte raushängen lassen. Dennoch waren die Gefühle ihm gegenüber nicht mehr so schlimm, wie vorher.
Ich bin doch aber sauer, oder nicht?

Na ja, natürlich ist es jetzt schon etwas abgeklungen, und irgendwie bin ich jetzt noch viel, viel böser auf mich. Ich meine, seit einer Stunde schmeiß ich mir jetzt schon Demütigungen um die Ohren, und ich komme einfach nicht drum rum, es zu lassen. Ich sage mir, wie sehr ich mich hasse, und wie dumm ich doch war, und dann hole ich auch gleich noch alles andere mit hoch, wie hässlich ich mich doch gerade finde und wie fett ich bin… Jetzt habe ich sogar schon Kopfschmerzen von dem ganzen Scheiß.

Scheiß Tag, Scheiß Woche, alles scheiße..
Was? Ich hab schlechte Laune, ach quatsch -.-‚
Nach der Winterdepression kommt jetzt wahrscheinlich noch ne Sommerdepression.
Und zu allem Unmut sind die Gedanken schon wieder da, morgen einfach nichts zu essen.
Ich meine, abends ist ja ins Restaurant gehen angesagt, da kann ich ja vorher eh nicht so viel essen…
Und wie wär’s überhaupt wieder mit der Essstörung?! Ach ich weiß nicht. Ich hab das Gefühl, ich bin wieder an so einem Punkt, wo sie jeden Moment wieder zurückkehren könnte…….
Alle denken mir geht es besser – aber so ist es nicht.
Wenn ich mich noch ritzen würde, dann wäre das definitv so ein Moment gewesen. Aber das tu ich ja nicht mehr, und irgendwie ist es auch nicht mehr das gleiche…….

Mir ist schlecht.. Ich werd noch was trinken und dann ab ins Bett.
Gute Nacht.

an allem Schuld

Als ob es mir gerade nicht schon scheiße genug ging!!!!

Schon wieder ja, schon wieder schief gegangen, mal wieder verfehlt, oder besser
gesagt war ich mal wieder zu bescheuert um nachzufragen, wo er denn trainiert.
So bin ich also hingejoggt, hab dann gesehen, dass in der Halle gerade das Licht ausgemacht wurde, und habe dann das Auto nicht gefunden. Ich war natürlich schon total aufgelöst, sauer auf mich selber, habe mich innerlich beschimpft wie bescheuert ich doch bin, dass das ausgerechnet jetzt passieren muss, dass ich das nicht noch einmal mache, hässlich und fett bin ich auch noch… na ja, ganz nebenbei musste ich die Tränen die in meine Augen stiegen versuchen zu unterdrücken. War nicht gerade leicht. Ich hätte mich am liebsten in eine Ecke gekauert und so richtig losgeheult…. Nach 10-15 Minuten des Wartens bin ich dann wieder nach Hause.
Natürlich hatte ich nicht den Schlüssel für die untere Haustür mit, und so musste ich mich erstmal durchklingeln, bis mir beim fünften Versuch eine Dame aus dem 8.Stock die Tür öffnete – wenigstens etwas.
Zumindest fühle ich mich jetzt noch beschissener als vorher. Ich würde sagen ein SUPER Abend! *ironie off*
Und was ist die Moral? Ich bin zu bescheuert um nachzufragen, oder um nichtgesagtes zu hören, ich bin eben an allem Schuld.

Tief

Na vielen Dank!!!
Das hast du ja echt toll hingekriegt. Du weißt aber auch genau,
wie du mich am Besten fertig machst und wie es mir am schnellsten scheiße geht!
Jetzt spiele ich schon wieder mit dem Gedanken zu kotzen. Nicht jetzt und sofort,
aber vielleicht ab morgen? Ich meine, was soll das?!
Vielleicht war es viel auf einmal, aber ich finde es gar nicht so viel.
Ich hatte nunmal keine Zwischenmahlzeit und da ich es nicht mehr schaffen
würde zwei Mahlzeiten zu essen, habe ich eben eine große gegessen.
Ich weiß gar nicht, was daran so schlimm ist?!
Das Argument,früher habe ich ja auch so viel auf einmal gegessen und mich danach
erbrochen, ist ja wohl das allerletzte. Das hat überhaupt nichts mit heute zu tun! Und hineingestopft
habe ich auch gar nichts!!!
Und was soll das überhaupt für ein Argument sein?! Das du Angst hast, ich geh jetzt kotzen?
Ich habe mich noch nicht mal übersättigt gefühlt!
Das, was mich jetzt eher zum kotzen bringen würde, wäre deine Reaktion!
Ich könnt schon wieder so heulen. Ich bin enttäuscht von dir, traurig über deine Meinung und wütend auf dich.
Ich habe das Gefühl, dass es sich in letzter Zeit häuft, dass ich sauer auf dich bin, oder von dir enttäuscht. Oder dass ich einfach irgendetwas nicht ausstehen kann und dich dann am liebsten beschimpfen will, dich anschreien, schlagen, und dann weggehen.

Und nun weiß ich, dass mich das Gespräch noch lange verfolgen wird, dass ich mich immer wieder damit fertig mache, es sich aber nicht auflösen wird, da ich nicht mit dir darüber reden kann.
Ich weiß schon, was dann kommt, wenn ich es wieder ansprechen. Du meckerst wieder nur rum, warum ich es denn wieder aufgreife, warum ich nochmal darüber diskutieren muss, wo wir doch eh nicht auf einen gemeinsamen Punkt kommen, und dann wirst du mir unsanft das Wort nehmen und mir sagen, ich soll es lassen, dabei bist du dann böse und ich hasse diesen Moment. Ich möchte dann einfach nur noch weg, alleine sein…

Kein Vertrauen

Warum?! Warum?!
Warum kann ich ihm nicht vertrauen? Es kotzt mich so an. Ich könnte schon wieder nur heulen. Nicht nur wegen ihm, auch wegen meiner ganzen Situation. Kaum denke ich darüber nach wie beschissen ich mich fühle, wie es wohl weiter gehen wird, was ich von den nächsten Monaten erwarte – schon fange ich an zu weinen.
Ich weiß auch nicht. Alles geht schon wieder den Bach runter.
Eigentlich habe ich nur diesen einen verdammten Wunsch….
Und eigentlich kämpfe ich schon wieder jeden Tag dagegen an, nicht zu kotzen, und nicht wieder reduziert zu essen. Im Laufe des Tages geht es dann erstaunlich gut, dennoch muss ich mich wieder jeden Tag bzw. jeden Stimmungswechsel aufs Neue dafür entscheiden.

Und ich vertraue ihm einfach nicht.
Na klar liegt das auch an meinem nicht-vorhandenen-Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl, aber da musst doch noch mehr sein, oder nicht?
Früher war ich nie so. Ich war nie so eifersüchtig.
Aber da war ich ja auch nie so unzufrieden mit mir.

Verdammt………….

Ich werd‘ mich jetzt einfach ins Bett legen, vielleicht noch ein wenig heulen, aber dann gleichzeitig versuchen, mich auf das Henning Mankell Buch zu konzentrieren….